Badische Zeitung Rheinfelden, Wiesental, 16.12.2024

 

Seit zehn Jahren sind die Helfer unterwegs

Die Bürgerhilfe Fröhnd feierte am Samstag ihren Geburtstag. Im Mittelpunkt des Abends standen die 59 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Fröhnd. Ihren zehnten Geburtstag feierte die Bürgerhilfe am Samstagabend in der Fröhnder Gemeindehalle. Im Mittelpunkt des Abends standen die 59 Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Einsatz das Angebot erst ermöglichen.
„Du bist unser Engel“ – diese Worte hört Maria Niedermeier aus Brandenberg oft, wenn sie sich im Auftrag der Bürgerhilfe um hilfsbedürftige Menschen kümmert. Vor zwei Jahren – sie war damals 74 Jahre alt – hatte sie aufgehört zu arbeiten, wollte aber nicht die Hände in den Schoß legen und schloss sich dem Helferkreis an. „Mach was Anständiges, hat meine Frau gesagt, als ich in Rente gegangen bin“, erzählt Baldur Hornig, und seitdem fährt er mit dem eigenen Auto jede Woche alte Menschen zum Arzt oder zum Einkaufen. Für Hausarbeiten hat er sich nicht angeboten, denn dafür ist er bereits im eigenen Heim zuständig.
Auch Petra Dießlin macht Fahrdienst für die Bürgerhilfe. Sie will wie ihre Kolleginnen und Kollegen einen sozialen Beitrag für die Gesellschaft leisten, genießt aber auch die Gespräche mit ihren Klienten bei den oft langen Autofahrten nach Freiburg, Bad Säckingen oder Neustadt. Bereits zwei ihrer Klienten sind in den beiden Jahren, die Lucia Ackermann aus Pfaffenberg die Bürgerhilfe mit ihrem Engagement unterstützt, verstorben. Das müssen die Helferinnen verkraften. Wenn sie möchten, unterstützt sie die Bürgerhilfe dabei, und auch bei den regelmäßigen Helfertreffen einmal im Monat tauschen sich die Ehrenamtlichen miteinander aus.
Alle schätzen überdies die informativen Vorträge, die hier angeboten werden: Voll des Lobes ist Helfer Lothar Glaisner, der sich seit dem Tod seiner Frau vor drei Jahren bei der Bürgerhilfe engagiert: „Die Themen, die hier behandelt werden, sind faszinierend“, sagt er. Vor allem die Demenzschulung sei extrem interessant gewesen. „Die Schulung war so kurzweilig, dass man gar nicht gemerkt habe, wie die Zeit verging“, unterstreicht Glaisner. „Die Arbeit ist super“, schwärmt auch Angelika Fricker nach ihrem ersten Jahr bei der Bürgerhilfe. „Ich wollte schon immer was Soziales machen, und jetzt bin ich in Rente. Die Arbeit macht mir einen Riesenspaß, weil ich was bewirke.“
Wieder einmal zeigte sich an diesem Abend, zu dem Organisatorin und Vorsitzende Sabine Strittmatter im Namen ihres Vereins eingeladen hatte, wie gut die Zusammenarbeit der Fröhnderinnen und Fröhnder funktioniert und wie sich die Vereine gegenseitig unterstützen. Die Feuerwehrleute wiesen Parkplätze zu, so dass trotz des großen Andrangs jeder sein Auto problemlos abstellen konnte. Auch bei Auf- und Abbau packten sie mit an. Die Trachtenkapelle unterhielt die Gäste mit Musik und Gesang.
Fröhnds Bürgermeister Michael Engesser kündigte an, dass im renovierten Rathaus ein großes, helles Büro für die Bürgerhilfe reserviert sei. Anerkennung für ihre immense Leistung zollten am Samstagabend den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nicht nur zahlreiche Bürger, sondern auch Landesbischöfin Heike Springhart, Landrätin Marion Dammann, Karl-Heinz Huber von der Kirchlichen Sozialstation Oberes Wiesental, Pfarrerin Christine Würzberg und Pfarrer Helmut Löffler. Aber auch die Bürgermeister, Peter Palme aus Zell, Peter Schelshorn aus Schönau, Martin Wietzel aus Utzenfeld, Ewald Ruch aus Schönenberg, zeigten durch ihre Anwesenheit, wie sehr sie die Arbeit der Organisation schätzen. Die Schönauer Firma Interbros würdigte die große Leistung der Bürgerhilfe mit einem Scheck über 2500 Euro.