Friedenslicht kommt in Karlsruhe an
Die Pfadfinder werden mit weihnachtlichen Liedern begrüßt und bringen Hoffnung auf Frieden
Harald LinderKarlsruhe. In der Halle des Karlsruher Hauptbahnhofs erklingen „Feliz Navidad“ und andere Weihnachtslieder. Gespielt werden sie vom Posaunenchor der Johannis-Paulus-Gemeinde, der durch Bläser der Luther-Gemeinde verstärkt wird, erklärt Clement Kieser, Vorsitzender des Ältestenkreises der Johannis-Paulus-Gemeinde, nachdem er sein Instrument zur Seite gelegt hat. Mit ihren Liedern begrüßen sie das Friedenslicht aus Bethlehem, das am Sonntagmorgen von Pfadfindern in die Bahnhofshalle gebracht wird.
„Wir spielen hier jedes Jahr zu diesem Anlass und freuen uns auf die Ankunft des Lichts, das wir auch in unsere Kirchen mitnehmen. Dort können es die Gläubigen und auch die Kinder beim Weihnachtsgottesdienst nach Hause tragen“, so Kieser.
„Wir laden alle herzlich zur Ankunftsfeier des Friedenslichts ein! Nehmt das Licht in eure Herzen und tragt es in euer Zuhause, damit sich der Frieden ausbreitet und das Licht erstrahlt. Bringt gerne euer privates Kerzchen oder Lämpchen mit. Lasst uns Teil des Friedenslichtes sein und es weiter in die Welt tragen“, schreibt die Evangelische Kirchenjugend Baden anlässlich des Eintreffens des Friedenslichts im Hauptbahnhof.
„Beim Friedenslicht aus Bethlehem übersehen wir oft, dass es aus einer Stadt in Palästina kommt, die sehr unter den politischen Umständen leidet“, sagt Oberkirchenrat Wolfgang Schmidt, Bildungsreferent der Landeskirche und ehemaliger Probst in Jerusalem. „Auch wirtschaftlich ist es dort schwierig. Viele sind ohne Arbeit und Einkommen. Das Friedenslicht strahlt Hoffnung aus in die Finsternis! Hoffnung auf Frieden, auf Versöhnung, auf Neuanfang – in Bethlehem und überall auf der Welt“, so Wolfgang Schmidt in seiner Botschaft. Neben dem Posaunenchor und den Bläsern der beiden Karlsruher Kirchen ist auch die Bahnhofsmission beim Friedenslicht-Empfang vertreten. „Es ist bei uns eine gute Tradition, dass wir mit dabei sind, wenn das Licht hier ankommt und verteilt wird“, sagt Sabine Höhn von der Leitung der Bahnhofsmission Karlsruhe. „Wir empfangen das Licht, und es kann bei uns auch abgeholt werden“, erklärt Höhn.
Daneben haben Ehrenamtliche der Mission auch noch einen kleinen Basar aufgebaut, an dem es Gestricktes wie Mützen, Schals, Socken für Kinder und Erwachsene, Weihnachtsgebäck und Kunsthandwerk gibt.
Der Erlös fließt in die ehrenamtliche Arbeit der Mission, wie Höhn mitteilt.
In der im Jahr 1902 gegründeten Bahnhofsmission Karlsruhe finden Reisende, Obdachlose oder psychisch Erkrankte Unterstützung und niederschwellige Hilfe.
Sabine Höhn registriert „eine zunehmende Einsamkeit und auch eine gestiegene finanzielle Not“, die Menschen in die Bahnhofsmission führen.
Und so freut sie sich darüber, dass der Basar einiges Interesse weckt und viele auch das Friedenslicht mitnehmen. Ein Licht, das unter dem Motto „Vielfalt leben, Zukunft gestalten“ in die Halle des Karlsruher Hauptbahnhofs gebracht wurde.