In der Kirche steht jetzt eine Spielkiste
Lisa Rudzki kehrt nach ihrer Elternzeit als Pfarrerin nach St. Blasien zurück. Ihre Entscheidung für die Region war bewusst. Nun freut sie sich auf die neue Doppelrolle.
ST. BLASIEN
Nach zwei Jahren als Pfarrerin im Probedienst und einem Jahr Elternzeit wird Lisa Rudzki am Sonntag, 8. Dezember, in ihren Dienst als Pfarrerin in St. Blasien eingeführt. Für den Ort St. Blasien haben sie und ihr Mann sich aus voller Überzeugung entschieden. Zunächst seien sie und ihr Mann „undercover“ in mehreren Kirchengemeinden unterwegs gewesen, als es darum ging, sich auf eine Pfarrstelle zu bewerben. Man habe keine falschen Hoffnungen wecken wollen, erzählte Lisa Rudzki im BZ-Gespräch. Die Wahl sei auf die Region gefallen, weil sich dort der Beruf ihres Mannes mit einer Pfarrstelle am besten vereinen lasse. Und letztendlich habe neben der Lage von St. Blasien und der Landschaft auch das neu erbaute Pfarrhaus den Ausschlag für die Bewerbung gegeben.
Am 1. März 2021 trat Lisa Rudzki ihre erste Pfarrstelle an, zunächst als Pfarrerin im Probedienst mit Mentor Pfarrer Wagenbach an der Seite. Die Geschäftsführung habe sie noch nicht übernehmen dürfen und in den ersten beiden Jahren Fortbildungen absolvieren müssen. Nach zwei Jahren wurde sie zur Pfarrerin zur Mithilfe in der Vakanz bestellt, nun auch mit der Befugnis zur Geschäftsführung, blickte Lisa Rudzki zurück.
Nach der Geburt ihrer Tochter im Herbst 2023 ging die Pfarrerin in Elternzeit. Dies, und dass sie angekündigt habe, nach der Elternzeit nur noch zu 50 Prozent arbeiten zu wollen, sei nicht nur auf Verständnis gestoßen, es habe Kritik gegeben. Das habe sie anfangs nicht nur beschäftigt, sondern auch verletzt, so die Pfarrerin. Inzwischen pralle das aber an ihr ab. Während der Elternzeit hatten sich Lisa Rudzki und ihr Mann Gedanken über die Zukunft gemacht und sich bewusst entschieden, in St. Blasien bleiben zu wollen. Dafür gab es Gründe: Die gute Zusammenarbeit innerhalb der Kirchengemeinde, die ihr wichtige, in St. Blasien und Umgebung gut klappende Ökumene, die Arbeit mit Familien und Kindern, die herzlichen Menschen und die wunderschöne Region, zählt Rudzki auf. Und auch dem Kirchengemeinderat war daran gelegen, Lisa Rudzki als Pfarrerin zu halten. Im Frühjahr 2024 wurde sie von dem Gremium als Pfarrerin gewählt.
Seit wenigen Wochen ist Rudzki zurück aus der Elternzeit, vieles ist anders. Nicht nur die reduzierte Arbeitszeit, auch die Mutterschaft hat ihren Blick auf vieles verändert. Was ist mir wichtig? Was ist dem Kirchengemeinderat wichtig? Wo lohnt es sich, Zeit, Energie und Kraft hineinzustecken? Was funktioniert auch ohne Pfarrerin durch Ehrenamtliche? Was geht nicht mehr? Das sind Fragen, die Lisa Rudzki in den Blick genommen hat.
Es gibt auch praktische Dinge zu regeln: So wurden die Steckdosen in der Kirche mit Kindersicherungen versehen, es gibt eine Spielkiste mit Spielsachen, mit denen sich Kinder während der Gottesdienste beschäftigen können. Denn dass Kinder in den Gottesdiensten dabei sein können, war ihr schon vor der Geburt ihrer Tochter sehr wichtig.
Lisa Rudzki wird von Dekan Wagenbach in ihren Dienst als Pfarrerin der evangelischen Christusgemeinde eingeführt, der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der Christuskirche. Eines ist dabei für Lisa Rudzki ganz wichtig: Gottes Segen zugesprochen zu bekommen, sowohl für ihren Dienst in der Gemeinde als auch für ihre neue Doppelrolle als Pfarrerin und Mutter.
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