Südkurier Bad Säckingen, 04.12.2024

 

Gemeinde braucht bald neuen Pfarrer

Peter Hasenbrink bereitet sich auf Ruhestand vor Zusammenarbeit hilft bei personellen Engpässen VON MARIANNE BADER

Wehr – Die evangelische Kirchengemeinde Wehr und Öflingen muss sich nach einem neuen Pfarrer umsehen. Wie in der von Karl-Wilhelm Frommeyer moderierten Gemeindeversammlung nach dem Gottesdienst am Sonntag bekannt gegeben wurde, wird Pfarrer Peter Hasenbrink zum Ende des nächsten Jahres in den Ruhestand gehen. Die Kirchengemeinde blickt deshalb besorgt in die Zukunft, zumal auch die Protestanten unter Priestermangel leiden und es schwierig werden könnte, eine Nachfolge zu finden. Die Pfarrstellenausschreibung kann allerdings erst erfolgen, wenn die Stelle tatsächlich vakant ist. Doch damit nicht genug: Im Zuge des Pfarrerwechsels steht auch eine Sanierung des Pfarrhauses an.

Zur Entlastung der Pfarrer wurde eine Neuverteilung der Gottesdienste in einem Kooperationsraum geschaffen und über die Sommerferien erprobt – auch das war Thema in der Gemeindeversammlung. Wehr-Öflingen bildet zusammen mit den Kirchengemeinden Bad Säckingen und Murg-Rickenbach-Herrischried einen Kooperationsraum. Obwohl während der Sommerferien in den jeweiligen Ortschaften an manchen Sonntagen kein Gottesdienst stattfinden konnte, hat sich das rotierende System nach Einschätzung der Verantwortlichen bewährt, sodass es zukünftig das ganze Jahr über praktiziert werden soll. Pfarrer Hasenbrink empfahl es als Bereicherung und eine Chance auf gute Nachbarschaftspflege und als Stärkung des christlichen Miteinanders.

Abendmahl-Prozedere geklärt

Überlegungen wurden über die bisherige Gottesdiensthandhabung im Kulturm in Öflingen angestellt. Mit der vorläufigen Beibehaltung bis zum Herbst 2025 konnte eine Kompromisslösung gefunden werden. Auch über die künftige Form des Abendmahls einigte sich die Versammlung – Wein und Traubensaft werden jeweils in Weiß und Rot in Einzelkelchen auf einem Tablett gereicht.

Die Kirchengemeinderatswahl begrenzt sich auf nur noch den ersten Adventssonntag. Im kommenden Jahr wird das nächste Mal gewählt. Briefwahl ist möglich. Es wird keinen Wahlausschuss geben. Dafür steht Karl-Wilhelm Frommeyer als Wahlleiter gemeinsam mit dem bisherigen Kirchengemeinderat als Ansprechperson zur Verfügung. Die Suche nach geeigneten Kandidaten hat begonnen.

Zur Information über das Leben in der Gemeinde wurden Kurzreferate gehalten. Inge Braun berichtete vom Frauenkreis mit derzeit 18 Mitgliedern. Das Kuh-Projekt des Indienkreises läuft gut, wie Dagmar Eckert informierte. Unter dem Motto „Klampfen für Indien“ erhalten derzeit zwölf Personen Gitarrenunterricht durch Pfarrer Hasenbrink.

Aufschwung verzeichnet der ökumenische Kindergottesdienst im Wechsel mit der katholischen Pfarrgemeinde. Beim Kinderchor unter der Leitung von Christine Leutenecker sieht es dagegen nicht so gut aus. Die offene Jugendarbeit der „Schokos und wilden Spatzen“ für konfirmierte und jüngere Jugendliche findet gute Resonanz.

Über ein weitgreifendes Schutzkonzept des Kirchenbezirks gegen sexualisierte Gewalt berichtete Pfarrer Hasenbrink. Es werden gezielte Fortbildungen und Schulungen von Multiplikatoren angeboten, damit nach außen klar wird, dass Achtsamkeit in den Kirchengemeinden praktiziert wird.

Die Kirchengemeinde

Die erste evangelische Kirche in Wehr wurde 1891 eingeweiht, 1909 kam der erste Pfarrer, 1912 wurde die Kirchengemeinde Wehr gegründet, 1964 die Friedenskirche eingeweiht. 1957 wurde in Öflingen, das damals zur evangelischen Kirchengemeinde Säckingen gehörte, die Christuskirche eingeweiht, die Kirchengemeinde wurde 1959 selbständig. 2014 wurden beide zur Kirchengemeinde Wehr und Öflingen zusammengeschlossen, 2022 folgte schließlich die Entwidmung der Christuskirche. Die Gemeinde hat derzeit 2600 Mitglieder. Pfarrer ist Peter Hasenbrink. Mehr Infos unter www.eki-wehr.de