Gottes Liebe bleibt ihm bestimmt erhalten
Chorleiter Friedemann Weber wurde vom evangelischen Kirchenchor Auerbach verabschiedet – Gottesdienst mitgestaltet
Auerbach. (zg) Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde Friedemann Weber, der Dirigent des evangelischen Kirchenchors Auerbach, nach 32 Jahren im Dienste des gesungenen Lobes Gottes verabschiedet. Auf eigenen Wunsch gestaltete er den Gottesdienst mit Sängerinnen des Chors mittels einer Pop-Liturgie von Christoph Georgii mit.
Bezug nehmend auf das Wirken eines Dirigenten ließ sich Pfarrer Dirk Ender in seiner Predigt von der Musik, den Tönen und Klängen inspirieren. Er sprach von der Polyfonie des Lebens, von hymnischen Klängen, Kontrapunkten sowie leisen und traurigen Klängen. Diese Lebensmelodien und Klangbilder des menschlichen Daseins habe Friedemann Weber mit seinen Chören in Liedern und Musikstücken zur Ehre Gottes und der Kirchengemeinden erklingen lassen. Im Anschluss gab es einen eindrucksvollen gemeinsamen Liedvortrag der Kirchenchöre Dallau und Auerbach.
Die Chorobfrau des evangelischen Kirchenchors Auerbach, Elke Bansbach, bedankte sich beim ausscheidenden Chorleiter für die Geduld, mit der er den Chor 32 Jahre „erleiden“ musste. Der ersten Singstunde am 9. September 1992 folgten ungezählte Auftritte bei Gottesdiensten, Kasualien, Landeschorfesten, Taizé-Andachten und Aufführungen von Kantaten, die den Chor sehr forderten.
Mit der Corona-Pandemie sei der Kirchenchor jedoch in eine Schieflage geraten. Nach der erzwungenen Pause und vor allem der demografischen Entwicklung geschuldeten altersgemäßen Ausdünnung und dem Fehlen von Männerstimmen schrumpfte das Ensemble von 28 auf zwölf Mitglieder. Aufgrund dieser Entwicklung habe man sich schweren Herzens dazu entschlossen, den Chor in seiner bisherigen Form aufzulösen und Friedemann Weber zu entpflichten.
Ingrid Glandien übergab dem Dirigenten ein Abschiedsgeschenk und bedankte sich im Namen des Chors mit dem treffenden Sinnspruch: „Gott achtet mich, wenn ich arbeite, er liebt mich, wenn ich singe.“ Die Vorsitzende des Ältestenkreises, Herta Edelmann, bedankte sich im Namen der Kirchengemeinde für das Engagement und die langjährige Treue des Chorleiters, der mit seinem Wirken ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil der kirchlichen Gemeindearbeit gewesen sei.
Die Sängerinnen des „Restkirchenchors“ machten dem Chorleiter ein musikalisches Abschiedsgeschenk mit dem Lied „Sanna Sannanina“ von Clemens Bittlinger, das mit seinen stark afrikanisch geprägten Klängen an die tiefe Verbundenheit Webers mit dem afrikanischen Kontinent erinnern sollte.
Nach der Überreichung der Entpflichtungsurkunde der Badischen Landeskirche durch Pfarrer Ender bedankte sich Friedemann Weber für die guten und segensreichen Jahre mit dem Chor, die vielen Gespräche und Begegnungen und vor allem die gute ökumenische Zusammenarbeit mit dem katholischen Kirchenchor unter Leitung von Robert Fass. Bewegt bedankte er sich für die lobenden Worte und schloss mit einem besinnlichen Gedicht des Kirchenmusikers Paul Gerhardt. Bei einem Empfang im Gemeindehaus klang die Verabschiedung mit vielen Gesprächen aus.