Hardheim: Was sich hinter dem Hinweis an der Josefskapelle verbirgt
Gläubige werden in Hardheim dazu aufgefordert, mit offenen Augen die Josefskapelle zu besuchen, da dort in der Vergangenheit immer wieder Unfug getrieben wurde. Und das Schild scheint Wirkung zu zeigen. Maren GreßHardheim. Auf den ersten Blick fällt das kleine weiße Schild an der Tür der Hardheimer Josefskapelle gar nicht auf. „Diese Kapelle umsorgt ein Team Ehrenamtlicher mit viel Liebe“, steht auf dem Papier. In der letzten Zeit sei in der Josefskapelle wieder vermehrt Unfug getrieben worden. „Bitte verbinden Sie Ihren Spaziergang oder Wanderung mit einem Besuch und einem Gebet an der Kapelle. Ihre Präsenz hilft, diesen Ort zu schützen“, heißt es weiter. Auffälligkeiten sollen im Pfarrbüro gemeldet werden.
Und offenbar zeigt das Schild Wirkung. Denn seither sei es kaum mehr zu Vandalismusvorfällen und Diebstahl gekommen, berichtet Regina Schmitt auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten. Sie gehört zum Team der Ehrenamtlichen, das sich um die Josefskapelle kümmert. „Das Schild dient schon als Abschreckung für potenzielle Diebe“, sagt sie. Denn diese könnten sich dadurch mehr beobachtet fühlen. So hätten sie vor einiger Zeit ein zusammengeknülltes Altartuch in der Kapelle vorgefunden. Sie gehen davon aus, dass der Dieb von Passanten gestört wurde und es deshalb nicht mitgenommen hat.
Josefskapelle in Hardheim ist ein ein Ort der Einkehr
Das Team der Ehrenamtlichen sei auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. „Wir können nicht mehrmals täglich nach dem Rechten sehen“, sagt Schmitt. Abends abzuschließen kam für sie bisher nicht in Frage. Die Kapelle sei ein Ort der Einkehr, der auch noch in den späten Abend- und frühen Morgenstunden für die Gläubigen geöffnet sein soll. Deshalb sei es umso schöner, dass es aufgrund der Mithilfe der Bevölkerung auch so funktioniere.
In der Vergangenheit wurden die Kirchen in der Region – sowohl katholisch als auch evangelisch – immer wieder Opfer von Vandalismus. Zuletzt beschädigten Unbekannte in der evangelischen Kirche in Walldürn die Christusfigur und brachen das Opferkässchen auf. Pfarrer Karl Kreß zeigte die Taten an (wir berichteten). Auch in anderen Gotteshäusern in Walldürn wurde Unfug getrieben: In der Basilika haben Unbekannte die Finger der Jesusfigur mehrmals abgebrochen.
Vor rund drei Jahren gab es Vorfälle von Vandalismus und Diebstahl in Schweinberg an der Herz-Jesu-Kapelle und auch an der Josefskapelle. Dort beschädigten Unbekannte Teile der Dachrinne.
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