Vertreter von sechs Kirchen unterzeichneten "charta oecumenica"
Sinsheim.
Hier ist die Zusammenarbeit besonders eng. Sie hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bewährt.Sinsheim (zg). In einem feierlichen Gottesdienst am Buß- und Bettag haben sechs Sinsheimer Kirchen die "charta oecumenica" (unten als Download) unterzeichnet. Das Dokument ist eine Rahmenvereinbarung für die ökumenische Partnerschaft in Sinsheim. Dass diese Vereinbarung sechs Kirchen umfasst, ist etwas Außergewöhnliches, das Sinsheim von vielen anderen Städten positiv abhebt.
Diese ökumenische Partnerschaft hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bewährt. Lange schon werden Gottesdienste gemeinsam gefeiert, und es finden regelmäßige Begegnungstreffen statt. Zudem treten die Kirchen gemeinsam in Erscheinung – beispielsweise bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes, bei Friedenskundgebungen oder beim Reichspogromgedenken.
Etwas ganz Besonderes ist die breit angelegte Ökumene in Sinsheim. Evangelische, Katholiken, Mennoniten, Methodisten, die Neuapostolische Kirche (NAK) und seit Kurzem auch die Kirche im Forum arbeiten im Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) intensiv zusammen. Die Neuapostolische Kirche hatte lange Zeit nur Gaststatus, jetzt ist aber die Vollmitgliedschaft auch rechtlich möglich, wird aber bisher nur an wenigen Orten praktiziert.
Im Gottesdienst und beim anschließenden Zusammensein waren die guten persönlichen Kontakte spürbar, das gemeinsame Abendmahl für alle ein bewegendes Erlebnis. In ihrer Predigt verdeutlichte Dekanin Christiane Glöckner-Lang mit den biblischen Bildern der offenen Tür und der engen Pforte, wie wichtig es ist, sich gegenseitig die Türen zu öffnen.
"Jesus Christus steht vor unserer Tür und will nicht außen vor bleiben. Lasst uns die Herzenstüren öffnen für ihn und auch für die Gemeinschaft mit den Menschen. Es ist doch gut, dass wir in schwierigen Zeiten von Kirche miteinander unterwegs sind und weiter nach Gemeinsamkeiten suchen", sagte die Dekanin.
Die Liturgie wurde von den Hauptamtlichen aller sechs Kirchen gemeinsam gestaltet. Der große ökumenische Chor unter Leitung von Bezirkskantorin Salome Hölzle und Chorleiter Martin Schatz hatte in einer gemeinsamen Probe drei Musikstücke einstudiert.
Die "charta oecumenica" unterschrieben für die katholische Kirche Dekan Thomas Hafner und die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Martina Obers. Für die Evangelischen unterzeichneten Pfarrerin Annette Röhrs, Pfarrer Hendrik Fränkle und Martin Weiser, Vorsitzender des Kirchengemeinderats.
Für die Mennonitengemeinde unterzeichnete Pastor Jürgen Riek, für die methodistische Kirche Pastorin Raphaela Swadosch und Bezirkslaienführerin Bärbel Weber. Die Kirche im Forum wurde von Pastor Benjamin Hockenberger vertreten, die Neuapostolische Kirche vom Vorsteher der Gemeinde Peter Ruf und dem Delegierten der NAK Süddeutschland, Rainer Wiesler. Zum Schluss unterzeichnete Glöckner-Lang als Vorsitzende des ACK.
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