Aus der Käserei Sindolsheim ist wohl endgültig besiegelt
Sindolsheim.
Insolvenzverwalter Kressl: "Ich sehe aktuell schwarz". Wie es nun weiter geht. Dominik Rechner(dore) Die Kirchen-Käserei Sindolsheim hat wohl endgültig keine Zukunft mehr. Am 22. August hatte die RNZ noch berichtet, dass es zwei Interessenten für den Kauf des Gebäudes nebst Geschäftsbetrieb gibt.
Diese sind nun aber beide abgesprungen, wie Insolvenzverwalter Harry Kressl von der Anwaltskanzlei Pfefferle Helberg und Partner aus Heilbronn am gestrigen Montag auf Nachfrage der RNZ informierte. "Es waren zwei Landwirte, die in der Region eine eigene Milchproduktion haben", sagte Kressl. Bei einem der beiden sei das Problem gewesen, dass er keinen Käser gefunden habe. Der zweite Landwirt habe auf Fördermittel gehofft, wobei sich herausgestellt habe, dass er diese nicht bekommen würde.
Das Insolvenzverfahren zu dem einstigen Herzensprojekt von Ursula und Rüdiger Krauth läuft seit Anfang Mai. Aufgrund von finanziellen Problemen hatte die gemeinnützige Genossenschaft, die bereits 2015 gegründet wurde, Ende Februar – nur rund fünf Jahre nach Beginn des Geschäftsbetriebs – einen Insolvenzantrag gestellt.
Der Geschäftsbetrieb wurde schon vor vielen Monaten stillgelegt und allen Mitarbeitern gekündigt. Nun hat Insolvenzverwalter Harry Kressl am 21. November angezeigt, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt.
"Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gingen die Verpflichtungen als Arbeitgeber auf mich über. Das heißt auch, dass ich als Insolvenzverwalter für die Zeit der Kündigungsfrist alle Mitarbeiter bezahlen muss. Das Geld dazu habe ich aber nicht und deshalb habe ich angezeigt, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt."
Und wie geht es nun weiter? "Das Gebäude mit Käserei samt Café und Käse-Verkauf steht leer. Ich stehe mit der Bank in Kontakt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man beantragt eine Zwangsversteigerung, dann würde die Immobilie im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens zum Kauf angeboten, allerdings deutlich unter dem eigentlichen Verkehrswert.
Oder man macht das Gebäude winterfest, versichert es und bietet es im Frühjahr zum Verkauf an", erklärte Kressl. Einen Verkauf des Gebäudes noch im Winter erachtet der Insolvenzverwalter als äußerst schwierig. Als "extrem schwierig" stuft es Kressl zudem ein, dass es künftig eine neue Käserei geben wird: "Ich sehe da leider aktuell eher schwarz und bin da extrem skeptisch."
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