Acher-Rench-Zeitung, 08.11.2024

 

Rheinau-Gottesdienst mit wehmütiger Note

Pfarrer Grab verabschiedet Amtskollege Rüdiger Kopp

Von Ellen Matzat-Sauter

Rheinau-Rheinbischofsheim. Am Sonntag wurde der Rheinau-Gottesdienst als ökumenischer Gottesdienst zum Reformationsfest in der evangelischen Kirche in Rheinbischofsheim gefeiert. Dabei wurde der katholische Pfarrer Rüdiger Kopp verabschiedet, der nach 15 Jahren in neue Gemeinden wechselt (wir berichteten). „Jahrhundertelang wurde dieser Tag als Geburtstag der evangelischen Kirche gefeiert. Heute feiern wir anders“, begrüßte der evangelische Pfarrer Martin Grab die Gläubigen. Es werde nicht die Spaltung der Christenheit gefeiert, sondern ökumenisch mit Christen aus ganz Rheinau.

Eine große Rolle spielte das in der Kirche ausgelegte Bergsteigerseil. Passend dazu verlas Prädikant Manfred Risch die Bergsteigergeschichte „Ich bin frei“. Die Lesung aus dem Markus-Evangelium übernahm Pastoralreferent Martin Wetzel. „Ein Bergsteigerseil mitten in der Kirche, eine Geschichte über das Klettern, das Evangelium von der Aufklärung auf einem Berg – es ist ganz offensichtlich, dass es heute auch um das Bergsteigen geht“, führte Grab in die Predigt ein.

Aber nicht nur, weil beide Pfarrer gerne in den Bergen unterwegs seien, sondern weil die Bibel voll mit Berg-Geschichten sei und wenn in einer biblischen Geschichte ein Berg auftauche, sei Gott nicht weit. Berge seien Orte der Gotteserfahrung. „Wer oben auf einem Gipfel ankommt, dem weitet sich der Horizont und das Zurückgelassene werde relativ und klein“, fügte Kopp hinzu.

Da es der letzte Gottesdienst mit Rüdiger Kopp war, nutzte Grab die Gelegenheit sich für 13 Jahre gute, phantasievolle, kreative und lebendige Zusammenarbeit zu bedanken. Grab hatte schon auf seinen früheren Pfarrstellen die Vision eines gemeinsamen Abendmahls. Dies sei allerdings weder in Pforzheim noch in Niedereschbach oder in Zaisenhausen möglich gewesen. „Und hier war es möglich, nicht zuletzt dank deiner ökumenischen Großherzigkeit“, dankte er. Zum Schmunzeln waren Grabs Schilderungen der ersten Begegnung mit Kopp und dessen kreativen Ideen. Der scheidende Geistliche wurde von der Gemeinde mit tosendem Applaus gefeiert.