BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN Ettlingen, 07.11.2024

 

Gemeindeübergreifendes Konzept für die Jugend

Stefan Lumpp

Kirchengemeinden in Karlsbad und Waldbronn vernetzen sich beim Projekt „Junge Kirche“

Gerade junge Menschen sind für die Kirche in kriselnden Zeiten ein Hoffnungsschimmer. Dass kirchliche Jugendarbeit weit mehr ist als nur Gottesdienstbesuche, zeigt das Projekt „Junge Kirche“ der sechs evangelischen Kirchengemeinden in Karlsbad und Waldbronn. „Wir wollen dazu beitragen, dass Jugendliche Gott tiefer kennenlernen, von Jesus Christus begeistert werden und hoffnungsvoll leben“, so beschreibt Jugendreferent Conny Jan Vehrs die Vision.

Die Idee stammt von einem Gemeindemitglied und Sponsor aus Mutschelbach – entstanden ist im April 2023 ein gemeindeübergreifendes Konzept. In der Anfangszeit hat die Gruppe eine Schmiede besucht, war Kanufahren und Wakeboarden. Mittlerweile haben sich einige Programmpunkte etabliert. Im Zweiwochenrhythmus finden Gottesdienste für junge Erwachsene statt. „Die Leute kommen nicht nur um zu konsumieren – sie bringen sich selbst ein“, verrät Chiara Stalmach, Diakonin der Landeskirche. Die Feiern seien nicht „hochliturgisch“, sondern aufs Leben angepasst.

Darüber hinaus treffen sich die Jugendlichen zum Gemeinschaftssport, sei es in der Fußballgruppe, oder zum Krafttraining. Im April konnte in Kooperation mit dem CVJM Spielberg im Sonnenkeller ein Fitnessstudio in Spielberg eröffnet werden. Im Mutschelbacher Gemeindezentrum haben die Heranwachsenden die Garage zur Werkstatt umfunktioniert. Sägen, Feilen, Schraubendreher – es gibt alles, um handwerkliches Geschick zu üben. „Super, dass es in unserem Ort wieder etwas gibt – lange war nichts los. Es macht Spaß hier zu werkeln. Man lernt etwas dabei und kann sich auch gegenseitig helfen“, freut sich Simon Ries (15).

Wertvolle Erfahrungen sammeln die jungen Leute rund um ihre Konfirmation. „Wir wollen eine Vorbereitung, welche die Jugendlichen anspricht“, betont Stalmach. Jeder bekommt einen sogenannten Konfipass, auf dem Aktivitäten eingetragen werden. Dem Team sei es wichtig, dass die Konfirmanden das Programm selbst mitbestimmen können, sich ins Gemeindeleben integrieren und sozial engagieren. Einige haben einen Projektchor gegründet, um zusammen Lieder zu üben. Auch Ferienfreizeiten bietet die Junge Kirche an. Im vergangenen Jahr erlebten 35 Jugendliche dafür unvergessliche Tage an Frankreichs Atlantikküste und in Avignon. „Ein voller Erfolg“, blickt Vehrs zurück. 2025 geht es nach Spanien – fast alle Plätze sind bereits belegt.

Die beiden Hauptakteure Vehrs und Stalmach basteln weiter an ihrem Team, spüren aber schon heute, dass ihre Arbeit Früchte trägt. Auf regionaler Ebene sei es auch viel besser, als wenn eine Gemeinde alleine arbeitet. Finanziell wird die Junge Kirche überwiegend von den Kirchengemeinden getragen. Bela Kräutler findet die Angebote richtig toll: „Es ist gut, dass die Kirche für die Jugend etwas macht. Man hätte die jungen Leute schon viel früher mit einbeziehen sollen“, meint der 15-Jährige.

jungekirchekw.de