Rümminger Kirche bleibt vorerst kalt
Die Kirchengemeinde Rümmingen-Binzen steht vor Veränderungen. Überlegt wird, ob man das Binzener Gemeindehaus verkauft. Noch immer fehlt ein Pfarrer, und die Heizung in der Kirche wartet auf Reparatur.
Rümmingen-Binzen
Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Rümmingen-Binzen sind alles andere als zufrieden – das zeigte sich auch am Sonntag bei der Gemeindeversammlung. Dabei sind es nicht einmal die großen Veränderungen, die die Kirchenmitglieder aufbringen. Damit, dass man sich wohl von mindestens einer Immobilie trennen muss, haben sich die meisten längst arrangiert. Und da das Binzener Gemeindehaus auf der roten Liste steht – was heißt, dass in dessen Unterhalt nichts mehr investiert werden soll – habe der Vorschlag, das Gebäude an die politische Gemeinde zu verkaufen, auch keinen Widerspruch gefunden, berichtet Pfarrerin Bertina Müller, die seit zwei Jahren die Gemeinde betreut, aus der Versammlung.
Als echtes Ärgernis empfingen die Binzener und Rümminger es aber, dass die Heizung in der Rümminger Kirche nach wie vor nicht funktioniert. Aus diesem Grund wird der letzte Gottesdienst in der Kirche in diesem Jahr am 9. November stattfinden. Alle weiteren Gottesdienste werden ins Rümminger Gemeindehaus verlegt, weil es in der Kirche im Winter einfach zu kalt ist.
Hatten die Binzener und Rümminger gehofft, dass sie mit Heizkissen oder Heizrohren dafür sorgen könnten, dass die Kirche auch im Winter nutzbar bleibt, so hatte die Landeskirche zwar dem Konzept grünes Licht gegeben. Statt dass man sich nun aber sofort an den Einbau von Heizmöglichkeiten machen kann, müsse nun erst einmal ein Ingenieurbüro mit entsprechenden Berechnungen beauftragt werden. Die Vorgabe aus Karlsruhe kostet Zeit sowie Geld und hat sowohl in Binzen als auch in Rümmingen für Unverständnis gesorgt.
Gesprächsbedarf sieht man auch bei der Frage, wann und wie die Gemeinde wieder zu einer Pfarrerin oder einem Pfarrer kommen könnte. Die 100-Prozent-Stelle ist zwar ausgeschrieben, aber beim Versuch der Gemeinde, Nachfolger für Pfarrer Fiedler zu finden, wurde sie zurückgepfiffen. Die Gemeinde hatte deutschlandweit gesucht und auch zwei Interessenten ausgemacht. Als sie die der Landeskirche vorschlug, erhielt sie nur die Antwort, sie solle nicht deutschlandweit suchen. Den Vorgang habe man daraufhin der Landesbischöfin vorgetragen, die versprach, sich darum zu kümmern.
Gesprächsbedarf gibt es aber auch in Sachen Gemeindehaus. Sollte die Kirchengemeinde das Binzener Gemeindehaus tatsächlich aufgeben, würde sie nämlich gerne in der Binzener Kirche Räume anbieten. Da die Binzener Kirche allerdings gelb markiert ist, sind Investitionen nicht einfach, erläutert Pfarrerin Bertina Müller als Vakanzvertreterin.
Binzens politische Gemeinde könnte sich im Übrigen den Kauf des Gemeindehauses vorstellen – auch um freien Predigern darin Raum für Beerdigungen anbieten zu können, wie Bürgermeister Andreas Schneucker erklärte. Allerdings wird auch das nicht einfach: Der Grund, auf dem das Gemeindehaus steht, gehört der Pflege Schönau, was den Verkauf kompliziert macht und wohl eher auf eine Erbbaupacht hinaus laufen könnte. Ulrich Senf
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