Weinheimer Nachrichten, 24.10.2024

 

Besuch aus Korea lernt Land und Leute kennen

Evangelische Kirchengemeinde Lützelsachsen: Elf Tage war man guter Gastgeber für die Gäste aus der Partnergemeinde

Lützelsachsen. Die evangelische Kirchengemeinde Lützelsachsen hatte Besuch aus ihrer Partnergemeinde HanuelPum in Ansan, Südkorea. Sechs Koreaner, untergebracht bei Gemeindemitgliedern, erlebten in den elf Tagen ein buntes Programm mit vielen Eindrücken aus der Region und dem kirchlichen Leben in Baden.

Neben Ausflügen in den Odenwald, nach Heidelberg, Straßburg, Mannheim, Baden-Baden und in den Schwarzwald stand das Kennenlernen bei geselligem Beisammensein im Vordergrund. Schon am Ankunftstag wurde, trotz Jetlag, beim gemeinsamen Begrüßungsessen ausgelotet, wie man sich am besten verständigt und was die aktuellen Übersetzungsprogramme so können. Der gemeinsame Gottesdienst wurde zum Thema „250 Jahre Gottesdienst in der evangelischen Kirche Lützelsachsen“ gefeiert. In diesem Gottesdienst wurden die koreanischen Gäste begrüßt, und Pfarrer Lee richtete ein Grußwort an die Gemeinde. Pfarrer Ender, Beauftragter für Mission und Ökumene der badischen Landeskirche, gestaltete den Gottesdienst mit. Im anschließenden Garten-Café nutzte manches Gemeindemitglied die Gelegenheit, die Gäste persönlich kennenzulernen. Auch abends beim geselligen Grillen mit dem Kirchenchor ging es sehr lustig zu. Als sich Mister Mun, der Chorleiter aus Ansan, an den Flügel setzte und verschiedene Schlager improvisierte, war auch das letzte Eis gebrochen.

Da Ansan eine große Industriestadt mit sehr vielen Gastarbeitern ist, war das Interesse groß an den Problemen und Lösungsansätzen hier in Deutschland. Die koreanische Delegation wurde schließlich vom Weinheimer Bürgermeister Andreas Buske empfangen. Auch hier ging es um Herausforderungen in der Gesellschaft. Aber natürlich ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, die schöne Stadt zu präsentieren, und die Koreaner bekamen eine exklusive Führung. Auf Einladung des evangelischen Oberkirchenrats besuchten die Gäste Karlsruhe. Mit dem Referat Ökumene und Kirche weltweit sowie dem Referat Kirche und Gesellschaft stellten sich zwei sehr interessante Bereiche vor. Da Südkorea nur eine Landesgrenze hat, und zwar zu Nordkorea hin, war der Wunsch groß, das europäische Ausland zu besuchen. Straßburg mit französischem Flair, astronomischer Uhr und dem Europaparlament war eine gute Wahl. Es folgten für die Koreaner zwei Tage im Schwarzwald. So konnten sie den Titisee, die Triberger Wasserfälle und die Vogtsbauernhöfe erleben. Die letzten Tage standen im Zeichen des kirchlichen Lebens. So nutzte der Koreakreis den Tag des offenen Denkmals, um den Gästen die Kirchen von Hohensachsen bis Leutershausen zu zeigen. Eine Führung durch den Bibelgarten in Leutershausen erregte das besondere Interesse der Koreaner. Auf dem Hauptfriedhof in Mannheim erfuhr die Gruppe Interessantes über die Bestattungsriten der verschiedenen Religionen. Zum Abschluss stand ein Besuch der ökumenischen Kirche St. Pius in Neuostheim auf dem Programm. Nach interessanten Eindrücken hieß es Koffer packen. Einige Mitglieder ließen es sich nicht nehmen, die Gruppe zum Flughafen zu begleiten für ein letztes „Auf Wiedersehen“, denn ein Wiedersehen in Korea soll es in zwei, drei Jahren geben.