Pfarrer erklärt die Neureuter Aktion
Dietrich HendelZu Weihnachten wünschen sich Menschen, Kinder vor allem, Geschenke. Manche Wünsche sind materieller Art, andere eher ideelle. Die Wunscherfüllungsaktion des „Bündnisses Soziales Neureut“ erklärt Pascal Würfel (Foto: Dietrich Hendel), Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Neureut-Nord.
Die Wünsche können bis zum 24. November in einem der Pfarrämter, im Brunhilde-Baur-Haus oder per Mail an neureut-nord@kbz.ekiba.de abgegeben werden. Die Wunschzettel hängen anschließend in der Kirche Judas-Thaddäus am Christbaum aus.
Wer darf sich bei dieser Aktion etwas wünschen? Und welcher Art dürfen diese Wünsche sein?
Würfel: Die Aktion steht für alle Menschen in Neureut offen. Im Wesentlichen sind als Empfänger solche Menschen und Familien gedacht, denen es am Nötigsten fehlt und die sich einen Weihnachtswunsch nicht selbst erfüllen können, weil sie das Geld dafür nicht haben. Wir gehen von einer materiellen Größenordnung von etwa 30 Euro pro Person aus. Manche Menschen suchen auch Kontakt zu anderen, um Unternehmungen nicht alleine machen zu müssen, sondern Begleitung dazu zu haben.
Wer steht hinter dieser Aktion und wer trägt dafür die Kosten?
Würfel: Initiator und Koordinator der Wunscherfüllungsaktion ist das Kernteam des „Bündnisses Soziales Neureut“. Dabei handelt es sich um einen losen Zusammenschluss verschiedener Neureuter Institutionen, Vereine und Kirchen sowie der Kommune und Kommunalpolitik. Das Bündnis setzt sich für soziale Belange im Stadtteil ein. Die Geschenke, die an die Empfänger abgegeben werden, besorgen die Neureuter selbst und geben sie bei den Kirchen ab. Diese übernehmen die Verteilung.
Wie sind die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren, seit die Aktion gestartet wurde?
Würfel: Die bisherigen Geschenkewünsche reichen vom Saunabesuch über Sportbekleidung bis zum ferngesteuerten Auto. Einmal konnten wir einem Menschen eine große Freude bereiten, der sich einen Christstollen gewünscht hat. Die Wünsche sind materiell recht überschaubar und helfen dennoch sehr. Sie sorgen, ganz individuell, für Freude bei den Beschenkten und tragen maßgeblich dazu bei, dass diese Weihnachten feiern können. Nicht zuletzt unterstützen sie das Zusammenwachsen innerhalb der Ortsgemeinschaft. Die Aktion vermittelt aber auch den Menschen, denen es gut geht, einen Blick darauf, dass es auch hier bei uns Menschen gibt, die sich vieles eben nicht erlauben können. Menschen zu beschenken trägt dazu bei, nicht nur die Kommunikation untereinander zu erweitern, sondern auch dazu, ein bisschen mehr Freude und Frieden zu vermitteln. Eben Weihnachtsfreude.
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