Rhein-Neckar-Zeitung - Heidelberger Nachrichten, 17.10.2024

 

Erntedank und 50 Jahre Bestand

Ökumenisches Kirchenzentrum Arche startet ins Jubiläumsjahr – Rückblick mit Fotoausstellung auf das ungewöhnliche Projekt

Neckargemünd. (ag) Nicht nur Erntedank, sondern auch Arche-Dank wurde gefeiert. Ein ökumenischer Gottesdienst bildete den Auftakt für den 50. Geburtstag der Arche-Gemeinde, der ein Jahr lang mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert wird. Im Mittelpunkt des gut besuchten Gottesdienstes stand der Dank für 50 Jahre evangelisch-katholische Gemeinschaft.

Pastoralreferent Tobias Bartole erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Arche-Gemeinde vor 50 Jahren das Wagnis einging, auf den Äckern und Wiesen vor den Stadttoren von Neckargemünd zu „säen“. Außerhalb der traditionellen kirchlichen Strukturen entstand ein ungewöhnliches Projekt, das von der Landeskirche in Baden und dem Erzbistum Freiburg gefördert und auf Grund seiner theologischen Fortschrittlichkeit aber immer wieder auch kritisch beäugt wurde.

Bartole lud die Gottesdienstteilnehmer ein, ihren Dank für 50 Jahre Arche auf bunte Kärtchen zu schreiben, mit denen zwei Wände in den Kirchenräumen gefüllt wurden. Dabei brachte die Gemeinde unter anderem ihre Dankbarkeit dafür zum Ausdruck, dass es mit der Arche einen kirchlichen Ort gibt, der auch kritischen Geistern offensteht und an dem Christen unterschiedlicher Herkunft Heimat finden können. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Arche-Chor, der auch ein Lied des katholischen Gründerpfarrers Erwin Seifried sang: „Leben spricht in vielen Sprachen Gottes Fülle aus.“

Dieses war extra zum Jubiläum durch den früheren Kirchenmusiker der Arche, Uli Nerger, neu arrangiert worden. Pfarrer Thomas Lehmkühler eröffnete im Anschluss an den Gottesdienst die Ausstellung „50 Fotos aus 50 Jahren“, bei der Bilder aus fünf Jahrzehnten Gemeindeleben zu sehen sind. Lehmkühler betonte, dass man angesichts der Fülle an Bildmaterial mehr als die ursprünglich geplanten 50 Fotos aufgehängt habe. Die Ausstellung wird noch mindestens bis zum dritten Advent in der Arche zu bestaunen sein. Dann findet mit dem großen ökumenischen Festgottesdienst der Höhepunkt des Jubiläumsjahres statt.

Zuvor werden Menschen zu Gast sein, die den Weg der Arche-Gemeinde in den vergangenen 50 Jahren begleitet haben. Unter anderem die beiden Gründerpfarrer Erwin Seifried und Rudolf Atsma geben dann Auskunft über die Frage, was das Projekt Arche in seinen Anfängen motiviert hat und warum es auch in Zukunft gebraucht wird.