Kirche feiert ihre Mitarbeiter
Die evangelische Gemeinde in Oberkirch würdigt den Einsatz ihrer Helfer mit einem Fest, bei dem ein Unterhaltungskünstler sich bei seinem Auftritt auch den Sorgen der Kirche widmete. VON ROMAN VALLENDOROberkirch. „Schön, dass ihr alle da seid“ begrüßte Diakon Roland Deusch die rund einhundert Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde im Gemeindehaus. Sie waren als Dankeschön für ihren ehrenamtlichen Einsatz zum Mitarbeiterfest eingeladen worden. Miteinander Zeit verbringen, gut essen und ein heiteres Unterhaltungsprogramm gaben dem Festverlauf die besten Voraussetzungen. Hinzu kam das persönliche Kennenlernen der neuen Pfarrerin Franziska Clemen. Deusch formulierte es so: „Ich bin froh, dass das Licht im Pfarrhaus nicht ausgegangen ist“. Persönlich fand er es toll, dass er an diesem Abend nach einjähriger Pause beim erweiterten Festausschuss mitwirken konnte. Seit dem 14. April 2000 findet das Mitarbeiterfest statt, in den vergangenen Jahren im zweijährigen Turnus. In ihrer Begrüßungsrede freute sich Pfarrerin Franziska Clemen über die freundliche Aufnahme, auch durch Sekretärin Sabine Dauber, die ihr in der Vorbereitung für die Amtsübernahme den Einstieg erleichtert habe. Nach dem gemeinsam gesungenen Kanon: „Danket dem Herrn, denn er ist so freundlich“, begleitet von Erwin Meyer am Klavier, und einem Tischgebet ließ man sich das Essen schmecken.
Zu den Fragen: „Wem gehörsch denn du? Wohin geht die Kirche, wenn die Zukunft kommt?“ eröffnete Arnim Töpel mit einem „Hallole, ich bin´s der Günther“ sein Unterhaltungsprogramm. Der Entertainer mit religiöser Bindung zur evangelischen Kirche ist seit 25 Jahren beruflich mit auf das Publikumklientel abgestimmter Unterhaltung unterwegs, wobei er mit gängigen Sprüchen und deren unterschiedlichen Interpretationen im kurpfälzischen Dialekt die Zuhörer schnell zu begeistern versteht. Frühere Auftritte im freche Hus und in der Mediathek zählen zu seinen Referenzen. Roland Deusch hatte die Fäden zu Töpel gesponnen. Mit Fingerschnalzen zum Blues: „Der Mensch ist ein Denker. Ahoi, Gott zum Gruß“ nahm der Unterhaltungskünstler die Zuhörer sofort mit. Dass die Mundart von „Dorf zu Dorf lebt“ vermittelte er mit der Frage: „Wem gehörsch denn du?“, um darauf zu antworten: „Ich bin Deutscher“.
Es braucht Konzepte
Mit dem Titel „Nebe de Kapp“, den er singend auf dem Keyboard begleitete und dem verständnisvollen „Hajo“, das, mit unterschiedlichem Verve ausgesprochen, andere Bedeutungen bekam, stieg das Stimmungsbarometer sprunghaft an. Auf Wunsch von Roland Deusch widmete er seine Sicht dem „Zukunftsmarkt für die badische Landeskirche“ mit einem Besuch der Modellgemeinde „Klickerbach“. Diese hatte in ihrer Kirche zu einer Bewertung aufgerufen. Das Resümee lautete: „Gottesdienst ist nicht out. Wir werden es schaffen“. Zum Überleben der Kirche brauche es allerdings Konzepte in der Gemeindearbeit, spannte Deusch den Bogen zur Kirchengemeinde Oberkirch und stellte die Frage: „Was will Gott selber für unsere Gemeinde?“ Sein Fazit lautete, sich gemeinsam, ständig bei Weiterentwicklung auf den Weg zu machen. Er rief die Mitarbeiter dazu auf, sich weiterhin tatkräftig in der Gemeindearbeit zu engagieren.
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