Keine Gottesdienste mehr in Lukaskirche
Evangelische Kooperationsregion hat sich von Sakralbau getrennt – Nachnutzung unklar
RNZ. „Die Lukaskirche ist eine vollkommene Inszenierung von Raum, Licht und Material. Das schwebend anmutende, gefaltete Dach, die Lichtführung und Höhenstafflung der Räume, die Materialität von Holz und Beton gehen ein überzeugendes Miteinander ein“, schreibt Kunsthistorikerin und Gemeindemitglied Ursula Dann. Doch nun ist die Lukaskirche im Stadtteil Almenhof geschlossen. Nach mehr als 50 Jahren, in denen der kubische Sichtbetonbau für viele Menschen Heimat und Ort vielfältiger Veranstaltungen war, wurde dort am 6. Oktober der letzte Gottesdienst gefeiert. „Die Kooperationsregion Almenhof-Lindenhof-Neckarau hat sich von diesem Gebäude getrennt“, erklärte der evangelische Dekan Ralph Hartmann.
Man konzentriere sich auf die Markuskirche (Almenhof), die Johanniskirche (Lindenhof) und die Matthäuskirche (Neckarau). „Die Zukunft der Lukaskirche ist offen. Wunsch ist, dass dieses mitten im Stadtteil verortete Gebäude weiterhin öffentlich genutzt werden kann. Dafür sind wir auf der Suche nach einer Lösung, damit dieses besondere Gebäude erhalten bleiben kann.“
Abschied nehmen von diesem Sakralraum, der auch durch seine eigenwillige Architektonik eine besondere Ausstrahlung hatte, falle vielen Menschen schwer, heißt es in einer Mitteilung der Evangelischen Kirche. Das von 1965 bis 1967 nach Plänen von Carlfried Mutschler errichtete Gotteshaus ist als Zentralbau über einem quadratischen Grundriss konzipiert. Wie bereits bei der evangelischen Pfingstbergkirche kooperierte Mutschler mit dem Stuttgarter Bildhauer Otto Herbert Hajek, von dem die inneren und äußeren Betonreliefs stammen. Mehr als 50 Jahre war die Kirche Gottesdienstort und Wirkungsort für viele Gruppen und Kreise, darunter DreiKlang, das Frauenzimmer, der DenkRaum, das LukasGardening und der LukasTreff.