Noch sind Plätze frei in der neuen „Kinderstube“
Die alleinerziehende Mutter dreier Kinder sei so erleichtert gewesen, dass sie jetzt wenigstens ihr zweijähriges Kind gut betreut wisse, sagt Julia Großkopf. Die Erzieherin und ihre Kollegin Cristina dos Santos Marques, die in der Tagespflege Erfahrungen gesammelt hat, gehören zum Team der neuen Kinderstube. Da die betroffene Frau nicht arbeite, hätte sie keine Chance auf einen regulären Kitaplatz über die allgemeine Vormerkliste der Stadt gehabt, erklärt Diakoniechef Thomas Lutz. Aus Sicht der Fachleute sei es aber geboten, in diesem Fall die Lebenssituation der Betroffenen zu stabilisieren. Die Mutter bekam den Zuschlag für den Platz in der „Kinderstube“.
In dem Haus der Badischen Landeskirche an der Huchenfelder Straße 13, in dem früher mal Kitagruppen untergebracht waren, zieht Leben ein. Ein ganz individuelles Angebot, beschlossen vom Gemeinderat, hält die Diakonie dort seit kurzem für Familien in besonders schwierigen Situationen für neun Mädchen und Jungen bereit, sagt Lutz.
Mitunter besteht schon Kontakt über das Jugendamt oder es gebe bereits eine Begleitung durch einen Familienhelfer. Für die Ein- bis Dreijährigen werde mithilfe eines Aufnahmegesprächs der Förderbedarf geklärt, sagt die Koordinatorin Sabine Ghafoor-Zadeh. Gleichzeitig bekämen die Eltern Hilfe bei der Alltagsbewältigung in Form einer sozialpädagogischen Begleitung. Die bislang vier teilnehmenden Familien kommen im Schwerpunkt aus Dillweißenstein.
Da gehe es etwa auch darum, den Müttern Sprachkurse zu ermöglichen, während der Nachwuchs an vier Tagen in der Woche von 8 bis 13 Uhr pädagogisch betreut werde. Die Kosten richteten sich nach den Gebühren der Tagespflege. Das Beitragssystem berücksichtige das Einkommen und die Kinderanzahl bei der Beitragshöhe. Es gebe noch drei freie Plätze, sagt Ghafoor-Zadeh. Und auch immer wieder eine Fluktuation, weil das Angebot auch als Brücke in die Kita diene. Die Kinderstube sieht Lutz im Dreiklang mit der neuen Kita am Ortseingang von Dillweißenstein und dem Diakoniepunkt am Ludwigplatz.
Ein stabiles Netzwerk solle Familien auffangen, um sie, soweit erforderlich, zu stützen. Sein Ziel ist ein Familienzentrum der Diakonie, das sich auf drei Standorte in Dillweißenstein verteilt. Die Landeskirche habe dafür Geld für vier Jahre Geld bereitgestellt. Und so werden an der Huchenfelder Straße 13 neben der Kinderstube auch Spiel- und Lerngruppen das Haus bevölkern.
Infos und Anmeldung bei
Sabine Ghafoor-Zadeh, Diakonie Pforzheim, telefonisch unter (0 72 31) 4 28 65 46 oder per Mail:
sabine.ghafoor-zadeh@diakonie-pf.de. Weitere Infos auf
www.diakonie-pf.de
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