Vier Jahrzehnte im Dienste Gottes
Arno Knebel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde An der Kleinen Wiese, ist seit 40 Jahren im Dienst. Im Gottesdienst blickte er nun auf diese vier Jahrzehnte zurück.
KLEINES WIESENTAL/STEINEN 40 Jahre Pfarrer sein – das ist ein Grund zu danken. Im Gottesdienst, den Arno Knebel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde An der Kleinen Wiese, zusammen mit seiner jüngeren Schwester Anke-Mühlenberg-Knebel am Sonntag in der Kirche in Weitenau-Hofen zelebrierte, hielt er Rückschau auf diese Zeit und erzählte lebhaft von diesen 40 Jahren. Knebel trat im Jahre 1983 den Dienst an, zunächst als Vikar, was für Knebel dazugehört. Für Knebel war es „ein stückweit persönliche Erntedankgottesdienst“ – Dank für diese Jahre. Und er gab zu: „Ich hoffe, dass ich es emotional durchhalte.“ Einiges erzählte er später im persönlichen Gespräch, vieles kam jedoch im Gottesdienst zur Sprache. Auch die Lieder wurden als Dank- und Loblieder von ihm ausgesucht.
Knebel wurde 1958 geboren und ist im Hunsrück aufgewachsen. Auch wenn er schon mit neun Jahren wusste, dass er Pfarrer werden möchte, besuchte er im Gymnasium den Ethikunterricht. Dort konnte man besser diskutieren als in Religion. Nur die letzten Klassen musste er Religion nehmen, weil er Pfarrer werden wollte. Nach seinem Studium wurde ihm und seiner damaligen Frau im Hohenlohekreis in „Badisch-Sibirien“ 1985 die erste Stelle angeboten. Zwölf Jahre war er dort in Neunstetten, Krautheim und Windischbuch – drei Orte, die sehr unterschiedlich waren.
Vor Ort in diesen Dörfern gehörte die Jugendarbeit immer dazu, es war ein offenes Haus. Da spielten aber irgendwann die eigenen Kinder, die in dieser Zeit auf die Welt kamen, nicht mehr mit, sie wollten lieber ein „Haus mit Mauern“. Mit der nächsten Stelle in Kehl gab es dieses dann auch. Gerne erinnert er sich daran, dass zusammen mit der Bahnhofsmission dreimal in der Woche für Obdachlose Lebensmittel von den Läden geholt wurden und für diese gekocht wurden. Doch als Knebel lange vor Ort war, schaute er sich nach einer anderen Stelle um.
So kam er nach 14 Jahren nach Baden-Baden als Klinikseelsorger und in die Friedensgemeinde. Zu dieser Klinik gehörten auch eine psychiatrische Klinik und ein Hospiz. Und während Knebel sonst eigentlich Nichtraucher ist, nahm er sich im Hospiz die Zeit für die Menschen, die dort betreut wurden, um mit ihnen zu rauchen. Oft gab es dort leuchtende Augen, wenn ein Wunsch erfüllt wurde. Nahe gingen ihm die Gespräche, wenn es um Krieg ging.
Knebel erinnerte sich hier an viele Menschen aus anderen Ländern, die ihr Land verlassen hatten, „Grund zu fliehen“ hatten. In der Friedensgemeinde gab es lauter „wunderbare“ Begegnungen. Selbst die Corona-Zeit habe positive Aspekte gebracht, man konnte Gottesdienste anbieten, die es sonst nicht gegeben hätte. So gab es zum Beispiel einen an einem Ruhestein inmitten einer Schafherde, oder einen ökumenischen Gottesdienst im Autokino.
Seit 2022 ist er schließlich mit seiner Frau hier: „Ulrike und ich fühlen uns hier sehr wohl.“ Seine Frau hat auch die Idee zum „Café 5“ gehabt, welches immer am fünften eines Monats von 15 Uhr bis fünf Uhr am Nachmittag stattfindet. Arno Knebel ist überhaupt dankbar für seine Frau, die sein körperliches und emotionales Wohl im Sinne hat und dafür sorgt, dass es ihm gut geht. Er bedankte sich auch bei ganz vielen weiteren Personen, die er während seines Dienstes getroffen hat, besonders auch bei seinen eigenen Kindern, die zu wenig von ihm hatten, weil er oft nicht da war.
Auch wenn Knebel Pfarrer ist, gibt er zu, dass er manchmal mit Gott hadert, zweifelt. Und trotzdem sei ein großes Gottvertrauen da. Diese ganze Erzählung war auch für seine Schwester spannend, die einiges noch nicht wusste. Sie erzählte, dass beide sich in Baden- Baden zum Teil vertreten hatten, wenn der eine mal nicht konnte. Sie gibt zu, dass die Familie immer zu kurz kommt.
Birgit Dreher vom Kirchengemeinderat gratulierte im Namen des Gremiums. Zwar hatte sie das Geschenk noch nicht dabei, verriet aber schon, dass es dafür, dass er 40 Jahre lang 100 Prozent gegeben habe, nun etwas „mit einem Gehalt von 40 Prozent“ bekomme. Nach dem Gottesdienst gab es noch einen Stehempfang mit vielen Gratulanten.
![]() |