Beharrlich für die Ökumene im Einsatz
Heinz Mönkehaus, langjährig im Vorstand der Ökumenischen Sozialstation und des Bildungswerks, ist tot. Jahrzehntelang setzte er sich dafür ein, Grenzen zwischen Religionen zu überwinden.
Waldkirch Freundlich, klug, mit einer besonnenen und doch beharrlichen Art: So kannten Heinz Mönkehaus in Waldkirch wohl viele. Vorige Woche ist der langjährige stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Trägervereins der Ökumenischen Sozialstation und des Ökumenischen Bildungswerks im Alter von 84 Jahren verstorben. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 25. September, statt.
Mönkehaus wurde am 6. April 1940 in Posen, damals noch Deutschland, geboren. Seine Eltern kamen von Lübeck dorthin, berichtet die Familie. Nach zwei Jahren ging es aber wieder zurück. Wegen des Berufs des Vaters folgten weitere Umzüge, 1952 nach Ellwangen, kurz darauf nach Karlsruhe. Nach dem Abitur dort studierte Heinz Mönkehaus Jura in Heidelberg. 1961 ermöglichten ihm seine Eltern einen Aufenthalt in einem internationalen Studentenheim in Genf. Hier begegnete er Studierenden aus aller Welt. Diese für ihn ganz neue Erfahrung habe ihn fasziniert und begeistert und war wohl auch wegweisend für seinen Wunsch, Grenzen zwischen Menschen zu überwinden und zu helfen. 1970 – da war er bereits Personalleiter bei der Firma Gödecke in Freiburg – promovierte er als Jurist. Personalleiter blieb er bis zur Pensionierung; von 1991 bis 2000 hatte er zudem Prokura bei Gödecke, bis das Unternehmen mit Pfizer verschmolz.
In Waldkirch hinterließ er vor allem durch sein Wirken für die Ökumene und den Dialog der Religionen Spuren. Von 1994 bis 2017 war er Kirchenältester in der evangelischen Gemeinde und dort zudem über Jahre Beauftragter für Mission und Ökumene. Dass die kirchliche Sozialstation St. Elisabeth „ökumenische Sozialstation“ und so auch mit von den evangelischen Gemeinden getragen wurde, war mit seinem Wirken zu verdanken. Von 1995 bis 2017 wirkte er mit Hansjörg Kury an der Spitze des Sozialstation-Vereins und half, auch wirtschaftlich herausforderndste Zeiten zu überstehen.
Nach dem Attentat vom 11. September 2001 aufs World Trade Center in New York war er überzeugt, dass es ohne den Frieden zwischen den Religionen überhaupt keinen Frieden geben kann und es zum Dialog deshalb keine Alternative gibt. Er referierte beim Stefanuskreis, gründete den Waldkircher Kontaktkreis Islam-Christentum mit, sprach sich für mehr ökumenisches Miteinander und Kontakte zu jüdischen Gemeinden aus. Dabei lag in der Bildung für ihn eine große Hoffnung auf ein menschlicheres Miteinander. 2006 bis 2018 engagierte er sich als zweiter Vorsitzender beim Ökumenischen Bildungswerk Waldkirch und auch danach weiter als aktiver Impulsgeber – unter anderem durch das von ihm besuchte Studium Generale in Freiburg inspiriert. Die Abende des Bildungswerks zu den großen Weltreligionen waren mit ihm zu verdanken. Als überzeugter Demokrat und sozial engagierter Christ war ihm drohende Rechtsruck in der politischen Landschaft Deutschlands zutiefst zuwider, sagen seine Weggefährten vom Bildungswerk. Noch im Frühjahr 2024 sei er bei der Jahresplanung leidenschaftlich für einen Vortrag zum Thema Populismus in der politischen Landschaft eingetreten. Am 14. Oktober findet dieser nun – leider ohne ihn – statt.Sylvia Sredniawa
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