Gemeinde verabschiedet Pfarrerin
Susanne LindackerAnnemarie Czetsch verlässt Bretten und leitet die Telefonseelsorge in Mannheim
In einem besonderen Gottesdienst in der Kirche in Rinklingen haben Gläubige, Freunde, Bekannte und Ehrengäste Ortspfarrerin Annemarie Czetsch aus Bretten verabschiedet. „Ich liebe christliche Metalmusik“, gestand Czetsch und kündigte so die Band Skillet an, die mit dem Song „Stars“ rockige Töne in das Gotteshaus brachte. Geleitet wurde die Zeremonie von Dekanin Ulrike Trautz, Pfarrer Ralf Bönninger sowie Susanne Koch, Pfarrerin in Ruit, und von Czetsch selbst.
Eingebettet in Musik der Kirchen- und Posaunenchöre aus Rinklingen und Diedelsheim sowie die vielen Wortbeiträge verabschiedete Rinklingen seine ungewöhnliche Pfarrerin. Persönliche Fürbitten und Segenswünsche brachten die Mitglieder des Kirchenrats in Liedern und Lesungen zum Ausdruck. „Deine engagierte, lustvolle und kreative Art hat stets frischen Wind in die Gemeinde gebracht“, richtete Trautz ihre Worte an die Pfarrerin. Anders werde es, sagte die Dekanin, doch es ginge weiter.
Mit Jan-Niklas Stock bekomme die Gemeinde einen jungen engagierten Geistlichen. „Wir lassen dich ungern gehen“, betonte Trautz in Czetschs Richtung. Die unkonventionelle Art der Pfarrerin zeigte sich auch in der Wahl ihres Predigttextes. Sie forderte die Gläubigen auf, in die zuvor ausgeteilten Kaleidoskope zu blicken. Wie jedes einzelne Bruchstück gebraucht werde und stets zu einem Ganzen führe, so sei jeder wichtig für die Gemeinschaft und für Gott, sagte sie.
Sichtlich ergriffen war Czetsch bei der Segnung durch die Dekanin. Sehr persönlich erklang der Schlusssong „Coat of Arms“ der Heavy-Metal-Band „Sabaton“, den das Duett Martina Traut mit Sohn Niklas darbot.
Mehr als zwölf Jahre lang war Annemarie Czetsch als evangelische Gemeindepfarrerin tätig und kümmerte sich um die Menschen aus Diedelsheim, Rinklingen und Dürrenbüchig. „Nun wurde es Zeit, einen Neuanfang zu wagen“, erklärte die Geistliche. Sie hat sich für die Arbeit bei der Telefonseelsorge Rhein-Neckar mit Sitz in Mannheim entschieden. Dieser Herausforderung wolle sie sich stellen. Sie leitet die Einrichtung mit über 170 Ehrenamtlichen. Der Abschied falle ihr schwer – denn sie habe die Arbeit sehr gemocht und sie sei „wahnsinnig gerne“ Gemeindepfarrerin gewesen. „In Bretten ist es wunderschön“, meinte sie abschließend. „Ich habe viele gute Jahre dort verbracht – und dennoch: Irgendwann ist es Zeit zu gehen.“
Die Telefonseelsorge steht allen Einwohnerinnen und Einwohnern Deutschlands kostenfrei und anonym unter Telefon 0800 1110111 oder 0800 1110222 rund um die Uhr zur Verfügung.
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