mannheimer-morgen.de, 30.12.2024

 

Leuchtender Stern tröstet über Gerüst am Kirchturm in Groß-Rohrheim hinweg

Der Turm von Groß-Rohrheims evangelischer Kirche sollte im Dezember vom Gerüst befreit werden, doch die Arbeiten verzögern sich. Als leuchtendes Trostpflaster wurde ein großer Stern hoch oben aufgehängt Götz Lambert

Groß-Rohrheim. Eigentlich sollte der Kirchturm der evangelischen Kirchengemeinde im Dezember wieder in voller Pracht zu sehen sein. Doch noch umgibt ein großes Gerüst den historischen Gebäudekomplex der mehr als 300 Jahre alten Kirche. Auch während der Weihnachtszeit und weit über Neujahr hinaus bleibt der Turm hinter Gerüststangen und Netzen verborgen. Grund für die Verzögerung sind erhebliche Schäden, die während der Sanierungsarbeiten am Dachstuhl zum Vorschein kamen.

„Diese verzögern die Maßnahme und verteuern diese obendrein um mehrere 10 000 Euro“, erklärt Architektin Iris Schäfer bei einem Termin vor Ort mit Pfarrer Dominik Weyl. Die Zimmerleute seien nahezu fertig mit ihren Gewerken. Der Turm ist schon, so die Architektin, wieder verschalt, mit Bitumenpappe abgedeckt und „winterdicht“. Sobald noch „Kleinigkeiten“ von den Zimmermännern erledigt sind, könnten die Dachdecker ans Werk gehen und den Turm mit Schieferschindeln eindecken.

Das Gerüst wird voraussichtlich erst im April wieder abgebaut

Sollte das Wetter mitspielen, können die Arbeiten im April abgeschlossen und das Gerüst abgebaut werden, kalkuliert Architektin Iris Schäfer. Je schneller desto besser, denn allein das Gerüst schlägt pro Monat mit über 10 000 Euro zu Buche. Insgesamt ist die Architektin mit dem Verlauf der Sanierungsarbeiten überaus zufrieden. „Die Zimmerleute führten die Arbeiten sorgfältig und denkmalgerecht aus.“ Alte Teile konnten erhalten bleiben, „das war uns sehr wichtig“, betonte Schäfer.

Zudem konnte auf eine chemische Holzschutzbehandlung verzichtet werden, da kein flächendeckender Schädlingsbefall erkennbar war. Was sicherlich daran liege, dass es sich um massive Balken aus hartem Eichenholz handelt.

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Dachstuhls beziffert die freie Architektin auf rund 800 000 Euro. Darin stecken rund 50 000 Euro für die im Nachhinein entdeckten Schäden. Vom Amt für Denkmalschutz fließen 100 000 Euro zu, den Löwenanteil übernehmen die evangelische Kirche, die Kirchengemeinde Groß-Rohrheim und der Förderverein zur Erhaltung der Kirche. „Jede freie Kollekte kommt der Sanierung des Turms zugute“, erklärte Pfarrer Dominik Weyl (Bild).