Schwetzinger Zeitung, 27.12.2024

 

Echte Esel und Schafe bei Jesu Geburt

Stallweihnacht: Zahlreiche Familien mit Kindern sind auf den Hof Renkert gekommen, erfreuen sich am Krippenspiel und bewundern die Tiere

Weihnachten auf dem Bauernhof – mit richtigen Schafen und richtigen Eseln. Welch eine wunderbare Umgebung, die Geburt Jesu zu feiern. So muss es damals, vor 2000 Jahren gewesen sein, als Jesus im Stall in Bethlehem geboren wurde und die armen Hirten als erste das Christuskind besuchten. So begannen Kinder und Erwachsene das Weihnachtsfest morgens am 24. Dezember auf dem Bauernhof der Familie Renkert im Allmendsand in Schwetzingen.

Dabei waren auch der Esel „Theo“, die Eselin „Johanna“, das weiße Schaf „Wolke“ und das schwarze Schaf „Sternchen“, die mit ihren Besitzern Torsten Braun und Michael Hagen den Weg von Hockenheim nach Schwetzingen gefunden hatten. Das lebensnahe Krippenspiel war eingebettet in einen evangelischen Gottesdienst, den Diakonin Margit Rothe hielt. Die musikalische Begleitung der Weihnachtslieder gestalteten Ursula Maas mit ihrer Flöte und ihrem Saxofon, Ute Schwerin, ebenfalls Flöte und Margit Rothe mit ihrer Gitarre.

Die Aufführung im Stall richtete sich vorwiegend an Familien mit kleinen Kindern, denn die Tiere durften auch vor und nach dem Krippenspiel gestreichelt werden. Aber auch viele ältere Leute waren anwesend. Im Stall waren zwei „Bühnen“ aufgebaut: Gleich am Eingang rechts war „Nazareth“, wo Maria und Joseph wohnten; die zweite Bühne – „Betlehem“ – war vorne, gegenüber dem Eingang aufgebaut. Dort standen zwei Gatter für die Tiere: Links waren die beiden Eseln, rechts die beiden Schafe. Dazwischen war ein leerer Platz mit frischem Stroh. Der Ochse wurde dargestellt von einem verkleideten kleinen Jungen namens Fabian, der sich stets in der Nähe des Eselgatters aufhielt.

Passend zu der Einladung wandte sich die Gemeinde nach einer kurzen Begrüßung durch Elfriede Fackel-Kretz-Keller vom Kirchengemeinderat mit dem Lied „Ihr Kinderlein kommet“ an die Kleinen. Dann begann das Krippenspiel. Maria, gespielt von Iulia Isam, war mit dem Haushalt beschäftigt, Joseph, dargestellt von Katharina Fries, sägte Holz. Das alles geschah auf der Bühne rechts, der Nazareth-Bühne. Dort empfing Maria auch die frohe Botschaft durch einen Engel, gespielt von Florine Bauduin, wodurch sie erfuhrt, dass sie bald ein Kind gebären sollte. Josef, der Zimmermann, ging indessen seiner Arbeit nach. Irgendwann hatte er aber gehört, dass sie nach Bethlehem zu einer Volkszählung gehen mussten. So packten sie ihre Sachen zusammen und machten sich auf den Weg nach Betlehem, also zur zweiten Bühne in der Halle.

Die Hirten kommen zuerst

Da waren ein Wirtshaus und schließlich der Stall mit den Tieren und Heu aufgebaut. Da, wie man weiß, Maria und Josef keine Herberge fanden und daher in den Stall ziehen mussten, richteten sie sich zwischen den Tieren ein – so gut es eben ging. Dort fand dann die Geburt Jesu statt. Sie legten das Kind in eine Krippe, was Josefs Idee war, denn er war ja Zimmermann von Beruf.

Die ersten, die kamen, waren drei Hirten, gespielt von drei größeren Jungen, Leonard, Tim und Mathis. Sie waren von Engeln, die ihre Umgebung erleuchteten, angesprochen worden, und es war ihnen so, als ob sie Musik hörten und viele Stimmen sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden für alle Menschen, denn Gott hat sie lieb.“ Die Geschichte aus dem Lukas-Evangelium lasen mit verteilten Rollen Eva Fries und Selina Yildirim. Dazwischen erklangen kleine Melodien bekannter Lieder wie „Maria durch ein Dornwald ging“, „Still, still“ und „Stille Nacht“, wobei alle aufgerufen waren mitzusingen. Den Abschluss des Krippenspiels bildete das Lied „Oh du fröhliche“, bei dem wirklich alle mitsangen.

Friedenskerzen verteilt

Nach dem Krippenspiel setzte die Dekanin Rothe und die drei Engel den Gottesdienst mit Fürbitten fort. Rothe bedankte sich bei allen Mitwirkenden und sagte, dass sie sich natürlich auch über Spenden für „Brot für die Welt“ freuten. Dann kündigte sie an, dass jede Familie eine Friedenskerze mitnehmen dürfe. Das Licht der Kerze sei von den Pfadfindern direkt aus der Geburtskirche in Bethlehem geholt worden und werde jedes Jahr in alle Welt geflogen.

Dann spendete sie den Segen und ganz zum Schluss folgte ein kleines Flötenspiel. Nun hatte man nochmals die Möglichkeit, die Tiere von der Nähe anzusehen und zu streicheln, was die Kinder natürlich gerne nutzten.

Ein Riss und das Licht Gottes