Südkurier Waldshut, 27.12.2024

 

Ein Fest voller Hoffnung und Trost

Christen in Waldshut-Tiengen feiern Weihnachten Besinnliche Momente an Heiligabend Krippenspiel der Kinder und weihnachtliche Lieder

Waldshut-Tiengen – Auch dieses Jahr hatte die Kinderkantorei an Heiligabend ein Krippenspiel mit dem Titel „Wie alles begann“ in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut aufgeführt. Die Leitung hatte Kantor Matthias Flierl. Aber wie war denn das damals?

Wurde Jesus geboren, weil der Esel Maria und Josef nach Bethlehem gebracht hatte, fragte sich der Esel? (Clara Intlekofer, Helena Lindlacher). Oder war es wegen Kaiser Augustus (Merle Jüdt), der eine Volkszählung durchführen wollte? „Nein, Gott hatte die Ankunft seines Sohnes schon lange geplant und durch den Propheten Jesaja angekündigt, wie auch aus dem Lied ‚Es ist ein Ros’ entsprungen’ ersichtlich ist“, erklärte Pfarrer Wieland Bopp-Hartwig. „Lassen wir uns anstecken von der Freude der Weihnachtsbotschaft. Gott hat seinen Sohn auf die Erde geschickt, um uns und allen Völkern dieser Erde seine Liebe zu zeigen.“

Die Christmette in der katholischen Liebfrauenkirche in Waldshut hatte Pfarrer Ulrich Sickinger gehalten. „Lukas beschreibt die Umstände der Geburt. Jesus wurde in einem Stall geboren. Der Stall wurde zum Zentrum der göttlichen Verheißung. Gott hat sich entschieden, in diese Welt voller Chaos und Zerstörung zu kommen. Gott wird Mensch, ist mitten in unserer Welt, in unserem Leben, er ist gekommen, um Frieden zu stiften.“ Die Botschaft der Engel, „Friede auf Erden“, sei keine Illusion, sie sei eine Verheißung. Für ihn sei Weihnachten eine Einladung: „Was kann ich aus meinem Leben machen, wenn ich Gott Raum gebe? Lassen wir uns vom Kind in der Krippe erwärmen.“ Musikalisch wurde der Gottesdienst von Stadtmusik und Kirchenchor umrahmt.

In der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt hatte Pfarrer Romuald Pawletta zusammen mit Diakon Markus Schmitt den Weihnachtsgottesdienst gefeiert. In seiner Predigt erinnerte der Pfarrer an einen Amtskollegen, der damals die Krippe mit dem Jesuskind mit zerknülltem Zeitungspapier statt mit Heu und Stroh befüllt habe. Das habe ihn sehr fasziniert. Jesus, der auf den Schlagzeilen einer Tageszeitung liege.

„Jesu Geburt zu feiern, bringt einen Hoffnungsschimmer. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wer an Gott glaubt, hat das ewige Leben. Wenn wir uns an dieser Hoffnung festhalten, dann kann uns das in manchem Schmerz trösten.“ Kirchenchor und ein Streicherensemble hatten den Gottesdienst musikalisch begleitet.

Veränderungen

Die großen Kirchen stehen in Änderungsprozessen. Die römisch-katholische Kirche fasst ihre Seelsorgeeinheiten am Hochrhein und im Südschwarzwald 2026 zu zwei Großpfarreien zusammen. Auch die evangelische Landeskirche stellt sich neu auf. Die Gemeinden Laufenburg, Albbruck-Görwihl und Waldshut werden bis 2032 enger zusammenarbeiten.