Cantus Juvenum begeistert mit Chormusik aus ganz Europa
Jens WehnAdventskonzert der Singschule in der Christuskirche Karlsruhe: Publikum stimmt bei teils wohlvertrauten Liedern beherzt mit ein
Karlsruhe. „Singen macht glücklich und bezaubert“, so steht’s auf dem Programmzettel zum Adventskonzert der Chöre von „Cantus Juvenum“, das dieses Jahr in der Christuskirche stattfand. Und sieht und hört man, wie hier die Jüngsten, versammelt im Vorchor unter der Leitung von Felicitas Burger, zu Werke gehen, dann erweist sich diese Behauptung als wahr.
Mit allem, was die Freude eines Kindes herzugeben vermag, singen sie gemeinsam mit dem Publikum „Wir sagen euch an, den lieben Advent“, das wohl so mancher Erwachsene schwermütig darüber sinnieren konnte, wie man sich als Kind noch über die Advents- und Weihnachtszeit freuen konnte und wohin diese Freude mit dem Älterwerden wohl gegangen ist.
Insgesamt sechs Chöre unterhält „Cantus Juvenum“, die Singschule der evangelischen Stadtkirche und der evangelischen Christuskirche. Das Wörtchen „Schule“ ist dabei durchaus ernstzunehmen, denn den Kindern und Jugendlichen wird eine solide musikalische Ausbildung zuteil.
Die insgesamt 200 Chorsängerinnen und -sänger werden von 17 Fachkräften unterrichtet, die Stimme geschult, das Gehör gespitzt. Eine „Europäische Weihnacht“ soll es sein, die sich im Programm widerspiegelt.
So finden sich neben den dem Publikum wohlvertrauten Liedern wie „Schlaf wohl, du Himmelsknabe du“ – übrigens sehr innig vom Aufbauchor Mädchen unter der Leitung von Christoph Obert interpretiert – oder „Ich steh an deiner Krippen hier“, das im Wechselgesang zwischen dem Nachwuchschor Mädchen unter Martina Egli und dem Publikum vorgetragen wurde, viele Lieder aus dem angelsächsischen Raum, aus Schweden und Russland.
Das zwischen elegischer Atmosphäre und friedvoller Zartheit pendelnde „Bajuschki Baju“ des Nachwuchschor Knaben unter Christoph Rehorst war sicherlich ein besonders schöner Moment in einem an musikalischer Schönheit reichen Konzert. Von hoher Qualität waren die Auftritte der Konzertchöre der Mädchen und Knaben, etwa ein frisches, lautmalerisch komponiertes „Ding! Dong! Merrily on High“ der Knaben unter Johanna Götz.
Berückend gelang den Männerstimmen unter Tristan Meister, begleitet von Mai Johannsen an der Barock-Oboe, Johann Sebastian Bachs „Wohl mir, dass ich Jesum habe“. Die Klasse des Konzertchor Mädchen, von Peter Gortner geleitet, erwies sich an einem modernen Klassiker weihnachtlicher Musik, dem „A Ceremony of Carols“, op. 28, des englischen Komponisten Benjamin Britten, woraus „Wolcum Yole!“ das Publikum erfreute. Begleitet wurde der Klassiker vom Harfenspiel Johanna Keunes, die zuvor mit einem solistischen Beitrag auf sich aufmerksam machte, dem „Christ Child’s Lullaby“ Kim Robertsons. Dem Dank des Vorstands für die geleistete Arbeit schloss sich das finale „Herbei, O ihr Gläubigen“ der vereinigten Chöre des Cantus Juvenum gemeinsam mit dem Publikum an.
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