Der Hirte Simon kommt mit leeren Händen
Heiligabend: Viele Kinder der evangelischen und katholischen Gemeinde breiten sich intensiv auf die beiden Krippenspiele in der Sebastianskirche vor
Ketsch. Schon längst haben die Kinder der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde ihre Texte geübt und auch die Kostüme wurden schon einmal anprobiert. Spannend ist es sicher, in die Rolle eines Hirten oder eines Engels einzutauchen, oder vielleicht sogar in eine der größeren Rollen.
Bestens wurden die Kinder begleitet und alle sind gut vorbereitet, denn am Heiligabend werden von den Kirchenbesuchern die Krippenspiele sicher schon mit viel Vorfreude erwartet. DieKirche St. Sebastian bietet für die erwartungsgemäß vielen Besucher ausreichend Raum und so gibt es auch in diesem Jahr wieder zwei Krippenspiele in Ketsch an gleicher Stelle zu verschiedenen Zeiten.
Ökumenisches Zusammenspiel
Die evangelische Gruppe beginnt mit ihrem Spiel um 14.30 Uhr. Seit Mitte November treffen sich 23 Kinder der evangelischen Kirchengemeinde und Diakonin Stefanie Uhlig erklärt, wer in diesem Jahr im Krippenspiel etwas mehr in den Mittelpunkt rücken darf: „In unserer szenischen Darstellung geht es um den Hirten Simon, der sich auf den Weg macht, um das Jesuskind zu besuchen. Dafür hat er ein paar Geschenke vorbereitet, die er an der Krippe überreichen möchte. Doch auf seinem Weg begegnen ihm Menschen, die Wünsche äußern, und so kommt es, dass sein Plan für seine Geschenke sich ändert. Auch die Pläne einer Gruppe von Räubern, die ihm folgen ändern sich und die Geschichte nimmt ihren Lauf.“
Diejenigen, die dieses Krippenspiel der evangelischen Kirchengemeinde gerne sehen möchten, sollten am Heiligabend um 14.30 Uhr in die katholische Sebastianskirche kommen.
„Unser Krippenspiel ist bereits für die Jüngsten geeignet und wir freuen uns auf alle Besucher aller Generationen. Die Kollekte, die gesammelt werden unterstützen Brot für die Welt“, ergänzt Stefanie Uhlig im Gespräch mit unserer Zeitung.
Um 17 Uhr beginnt an Heiligabend das Kinderkrippenspiel der katholischen Kirchengemeinde. Daran werden – wie es bereits im Vorfeld heißt – zehn Kinder mitwirken, die sich in den vergangenen Wochen ebenfalls sehr engagiert vorbereitet hätten.
Perspektivwechsel der Kinder
Auch bei dieser Darstellung spielt eine Hirte eine wichtige Rolle. „Beim Krippenspiel geht es mit um den Hirten Benjamin, der sich rückblickend daran erinnert, wie er als Kind die Weihnachtsgeschichte erlebte. Darüber unterhält er sich mit seinem Vater Jakob und auch mit der Wirtin der Herberge.
Dieser Perspektivenwechsel in die Vergangenheit ist sehr interessant“, erläutert Gemeindereferentin Sigrun Gaa-de Mür, die sich um die Betreuung der Gruppe kümmert und mit den Kindern das Krippenspiel eingeübt hat.
Wie immer dürfen alle Kinder ihre kleinen in den Schulen verteilten Adveniat-Sammelkästchen für die Kollekte im Anschluss an das szenische Spiel in die Krippe legen. „Unser Kinderkrippenspiel ist gleichermaßen für die ganze Familie geeignet und wir freuen uns ebenso auf viele Besucher in der St. Sebastian Kirche“, so Sigrun Gaa-de Mür.
Bei beiden Krippenspielen, sowohl um 14.30 Uhr als auch um 17 Uhr, sind außerdem die die Pfadfinder vom DPSG-Stamm Don Bosco Ketsch anwesend, die in der Kirche im Anschluss an die Gottesdienste das Friedenslicht von Betlehem an die Besucher verteilen.
Eigentlich wird das Friedenslicht, das zu Weihnachten rund um die Welt wandert, in Betlehem, in der Geburtsgrotte Jesu, entzündet. Wegen des Krieges im Nahen Osten geht das Licht in diesem Jahr aber von Christkindl, der Partnerstadt Betlehems im oberösterreichischen Steyr, aus. Dabei wird die Flamme genutzt, die vor einem Jahr in Betlehem entzündet und seitdem in Österreich gehütet wurde. In der Wallfahrtskirche Christkindl hat der neunjährige Matthias Secklehner aus Gschwandt bei Gmunden das Friedenslicht in dieser Woche übernommen. Von dort aus wird es weiter auf den Weg in viele Länder Europas und teilweise auch auf andere Kontinente geschickt.
Dieses Friedenslicht hat in Ketsch schon eine sehr lange Tradition. Um das Friedenslicht sicher nach Hause zu bringen werden die Besucher gebeten wenn möglich eine kleine Laterne mitzubringen.
Außerdem haben die Pfadfinder wieder kleine Windlichter vorbereitet, damit das Friedenslicht transportiert werden kann, um dann an Nachbarn, Freunde und Bekannte weitergegeben zu werden. csc