badische-zeitung.de, 22.12.2024

 

Die Christuskirche und die Diakonie haben die "Kirche im Quadrat" in Lörrach bezogen

Die Christuskirche heißt jetzt "Kirche im Quadrat". Kurz vor Weihnachten ist die Gemeinde in das umgebaute Gotteshaus zurückgekehrt. Auch die Diakonie ist eingezogen. Thomas Loisl Mink

Noch ist nicht alles fertig, hier und dort sieht es nach Baustelle aus. Bezogen ist die Kirche im Quadrat aber schon, auch der die Kirche umgebende Neubau, der am Ende drei Seiten eines Quadrats bildet. Der Kirchenraum wurde horizontal geteilt, indem ein Zwischenboden eingezogen wurde. Im Erdgeschoss ist nun der Gemeindesaal. Er ist noch nicht ganz fertig, mit sehr viel Holz und einer großen Glaswand, wo früher der Altar stand, sieht er aber schon einladend aus.

Über die Wendeltreppe oder mit dem Lift nach oben gelangt man in den neuen Kirchenraum, der nicht mehr so hoch, aber gleich groß ist. Er präsentiert sich hell, schlicht und zurückhaltend gestaltet, der neue Altar und die Orgel sind dominierende Gestaltungselemente. Angegliedert ist ein Technikraum, nicht zuletzt weil die Gottesdienste seit der Corona-Pandemie live gestreamt und auch danach noch eine Zeitlang im Internet zur Verfügung gestellt werden.

Christuskirche und Diakonie bildeten eine Wohngemeinschaft

Am dritten Advent ist die Gemeinde im Rahmen des Gottesdienstes vom alten Gemeindehaus, wo während der Umbauzeit die Gottesdienste stattfanden, in die neue Kirche umgezogen. Das geschah mit einer kleinen Prozession, bei der die Gegenstände, die für das geistliche Leben wichtig sind, hinübergetragen wurden. Ein großer Augenblick, wie Pfarrerin Christiane Schulz betonte, weshalb auch besonders viele Gemeindemitglieder zum Gottesdienst gekommen waren. Sie hob das gute Miteinander von Handwerkern, Architekten und Gemeinde hervor und sagte, Christuskirche und das Diakonische Werk bildeten nun eine Wohngemeinschaft (WG).

In dem Quadrat, das als Neubau die Kirche umgibt und das erst entlang der Nansen- und der Gretherstraße erstellt ist, ist die Diakonie bereits im November eingezogen. Da gab es noch gar keine Türen, nicht einmal an den Toiletten. Inzwischen sind diese da, und man merkt auch Karin Racke, der Geschäftsführerin des Diakonischen Werks, die Freude über die neuen Räume an. Die Verwaltung, die allgemeine Sozialberatung, die Schwangeren- und Schuldnerberatung, die Hilfen für Familien, der begleitete Umgang bei Kindern getrennter Eltern, die psychologische Beratungsstelle, die Tagesstätte für psychisch kranke Menschen und der sozialpsychiatrische Dienst sind nun alle unter einem Dach.

Räumliche Nähe erzeugt Synergien

Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier tätig. Sie alle betrachten die direkte Nähe zur Kirche als Vorteil. Auch Synergien entstehen so. Räume, die werktags die Diakonie nutzt, belegt die Gemeinde abends und am Wochenende. Der Empfangsbereich, der noch fertiggestellt werden muss, wird von Pfarrbüro und Diakonie geführt, so dass Besucher jeweils an den passenden Ort geleitet werden. Außerdem gibt es rechts vom Haupteingang ein Café, das nicht nur für die Kirchengemeinde und die Besucher der Diakonie, sondern für alle Menschen offen ist, wie Thomas Klein, Vorsitzender des Ältestenrates, betont. Annika Widmann betreibt das Café.

"Licht mitten im Leben" lautete das Motto des Neuentstandenen, wie Pfarrer Markus Schulz sagt. Bis es so weit war, gab es aber jahrelang unzählige Sitzungen. "Bis zur Frage, wo muss noch eine Steckdose hin, wurde da alles besprochen", erzählt Karin Racke. Man könne sich sehr glücklich schätzen, dass das Projekt "Kirche im Quadrat", wie auch die Sanierung der Stadtkirche vom Oberkirchenrat noch finanziell genehmigt wurden, stellt Thomas Klein fest.

Ursprünglich hätte die Diakoniestation noch mit einziehen sollen, sie ist aber wegen des ungewissen finanziellen Ausgangs wieder abgesprungen. Tatsächlich sind die Baukosten im Laufe des Projekts massiv gestiegen. Gut 8 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Stattdessen wird nun das Verwaltungs- und Serviceamt der Evangelischen Kirche mit einziehen.

Offizielle Einweihung im Januar 2025

Mit einem öffentlichen Empfang am Freitag, 10. Januar, um 13 Uhr und einem Festgottesdienst am Sonntag, 12. Januar, um 14 Uhr werden die Kirche im Quadrat und das Diakonische Werk offiziell eingeweiht. Unmittelbar danach wird das alte Gemeindehaus abgebrochen, damit dort der noch fehlende Flügel des Neubaus erstellt werden kann, in den das Verwaltungsamt einzieht.

Das bisherige Haus der Diakonie in der Haagener Straße wird verkauft, Interessenten gibt es bereits. Ein Teil des großen Gartens solle aber mit dem Areal südlich der Kirche für eine künftige Nutzung, die zur Kirche passt, entwickelt werden, wie Markus Schulz sagt. Eine Hoffnung wurde jedoch enttäuscht: Die große Rotbuche neben der Kirche konnte aufgrund ihrer Alterserscheinungen nicht erhalten werden, berichtet Christiane Schulz. Dafür soll ein neuer Baum an diese Stelle gepflanzt werden.