Denkmalamt lehnt behinderten-gerechten Zugang zu Kirche ab
Sinsheim-Hoffenheim.
Die Kirchentreppe bleibt ein unüberwindbares Hindernis für Rollatoren. Aus der Gemeindeversammlung.(hh) Der Denkmalschutz stellt sich – zugespitzt betrachtet – an der evangelischen Kirche in Hoffenheim förmlich den Rollatoren oder Rollstühlen älterer oder gebrechlicher Kirchgänger in den Weg. Eines von mehreren durchaus heiklen Themen der jüngsten Gemeindeversammlung nach dem sonntäglichen Kirchgang.
Dass Bemühungen, einen behindertengerechten Zugang zum Innenraum der Kirche zu schaffen, erneut aufgenommen werden sollten, hatte ein Gemeindemitglied angeregt. Es wurde darauf verwiesen, dass bereits gemachte Vorschläge aus Hoffenheim von der Denkmalbehörde aus rechtlichen Gründen abgelehnt worden seien.
Trotzdem stand bei der Versammlung die Idee im Raum, die Planung auch mithilfe einer privaten Spendenaktion weiter voranzutreiben, dies könne vielleicht hilfreich sein. Wie es weitergeht, ist offen. Tatsache ist, dass der Zugang zur Kirche für für Gäste im Rollstuhl oder mit einem Rollator bis auf weiteres nicht möglich ist.
Schwierig ist die Situation auch bei manchen anderen Bauten: In der sogenannten Ampel-Bewertung der kirchlichen Gebäude wird das Schückhaus beim Pfarrbrunnen, das als Gemeindehaus für Proben des Kirchen- und des Posaunenchors und für Gruppentreffen genutzt wird, mit Rot bewertet; das bedeutet: Für bauliche Veränderungen wird es dort von der Kirchenverwaltung keine Förderung geben. Der Kirchenbau selbst ist mit Gelb bewertet und erhält bei Sanierungsmaßnahmen nur Förderung nach Verhandlungen.
Pfarrerin Vera Schleich nannte es eine erfreuliche Entwicklung, dass die Kirchengemeinde CO2-neutral sei. Kirchengemeinderat Wilhelm Straub informierte darüber, dass der Anschluss des Pfarrhauses an die Nahwärmeversorgung der Ortschaft abgeschlossen ist.
Nachdem für den Anschluss der Kirche verschiedene Komponenten erst speziell angefertigt werden mussten, hatten sich die Arbeiten verzögert, sollen aber bis Jahresende erledigt werden. Schleich wies darauf hin, dass für den Anschluss des Pfarrhauses bereits ein staatlicher Zuschuss gewährt wurde; sie dankte Straub für seinen besonderen Einsatz in diesem Bereich.
Über große Veränderungen in der Gemeindestruktur informierte Schleich außerdem; seit längerer Zeit wird ein Schrumpfen der Mitgliederzahlen der Kirchen in Deutschland beobachtet. Verschiedene Maßnahmen, wie etwa das Bilden größerer Einheiten, sollen die finanzielle Lage der Kirchen sichern. Entstehen sollen sogenannte Kooperationsräume, damit der christliche Auftrag erfüllt werden könne, auch wenn die Zahl der Pfarrer abnimmt.
Die Kirchengemeinde Hoffenheim soll künftig in der Region Mitte des Kirchenbezirks Kraichgau eingegliedert werden. Pfarrer der beteiligten Gemeinden werden Dienstpläne erarbeiten, die Gottesdienste, Jugend- und Konfirmandenarbeit und die Angebote in den beteiligten Gemeinden koordinieren.
Möglichkeiten der Kooperation bereits umgesetzt haben die Gemeinden Hoffenheim und Zuzenhausen mit einer gemeinsamen Pfarrsekretärin, gemeinsamem Konfirmandenunterricht, Gottesdiensten oder Sitzungen der Kirchengemeinderäte. Auch die Angebote für Kinder werden gemeinsam organisiert, etwa der Kinderbibeltag oder die "Kirchen-Kids", manches auch ökumenisch als gemeinsame Einrichtung mit der katholischen Kirchengemeinde Hoffenheim.
Der Gemeindebote als wichtige Quelle für kirchliche Veranstaltungen und Themen konnte länger nicht in gewohnter Weise erstellt werden, da Mitarbeiter ausgeschieden sind. Für den Bereich werden Leute gesucht, die sich ins Redaktionsteam mit Beiträgen oder Bildern einbringen können.
21 Interessierte waren zur Versammlung gekommen. Zunächst wurde Rolf Hagmaier erneut zum Vorsitzenden der Gemeindeversammlung gewählt, Christiane Hartmann zu seiner Stellvertreterin. Die Versammlung hatte eine umfangreiche Tagesordnung mit neun Punkten. Kirchengemeinderat Hans-Otto Hoffmann führte Protokoll. Das Protokoll zur Wirtschaftslage der Gemeinde sprach von einer positiven Entwicklung; es sind Überschüsse vorhanden, und der Haushalt der Kirchengemeinde konnte als geordnet bezeichnet werden.
Die Vorbereitungen zur Wahl der neuen Kirchengemeinderäte am 30. November 2025 erläuterte Kirchengemeinderat Achim Weber. Für die Gemeinde sind bis zu acht Personen auf sechs Jahre zu wählen. Für das Wahlverfahren sind ein Wahlausschuss zu bilden und Wahlhelfer sind zu benennen; zwei Personen haben sich bereits gemeldet, eine dritte Person wird noch gesucht.
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