Offener Streit schadet
Man verrät an dieser Stelle kein Geheimnis, wenn man durchblicken lässt, dass Wolfgang Stein und Wibke Klomp in diesem Leben keine Freunde mehr werden. Verständlich erscheint die Sorge der Dertinger Protestanten vor einer möglichen Vakanz. Pfarrerinnen und Pfarrer sind rar gesät, ein Zeichen des Bedeutungsverlusts der Kirchen.
Dass Stein und Klomp mittlerweile sehr persönlich streiten, zeigt ihr Abarbeiten an »Fesselspielen« und Ähnlichem, aber auch das Ringen um die Deutungshoheit für einen Besuch von Vertretern der Landeskirche: Waren sie sowieso da oder um zu zeigen, dass sie die Bedenken der Dertinger Kirchengemeinde ernst nehmen?
Fakt scheint doch zu sein, dass einfach nicht genug da ist, um es so zu verteilen, dass alle zufrieden sein können. Das bedauert sicher auch die Landeskirche. Offen ist die Frage, inwieweit diese Landeskirche das selbst zu verantworten hat und ob ihre Schritte die richtigen sind, Kirche dauerhaft zu stärken, oder den Anfang vom Ende markieren. Darüber kann man trefflich streiten.
Sicher auch darüber, welches die richtigen Wege vor Ort sind - wobei man diesen Streit vielleicht besser und konstruktiver außerhalb der Öffentlichkeit führen könnte. Dekanin Klomp sagt, künftige Pfarrer informierten sich sehr genau, wo sie sich bewerben. Offener Streit dürfte mögliche Interessenten eher verscheuchen. Michael Geringhoff