Ein Stück des Wegs mitgehen
Eberhard Prinz bekam für 45 Jahre Prädikantendienst im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau eine Urkunde von Pfarrerin Severine Plöse von der Evangelischen Landeskirche Baden. VON KARIN KINDLEHohberg. Eberhard Prinz kann auf viele und herausragende Auszeichnungen zurückblicken. So erhielt er im Januar 2020 das Goldene Verdienstkreuz der Evangelischen Landeskirche für sein unermüdliches Engagement für die evangelische Kirche in der Jugendarbeit, als Kirchengemeinderat von Diersburg, im Singkreis und als Notfallseelsorger. Und vor allem für seine 40-jährige Tätigkeit als Prädikant im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau.
Nun wurde Eberhard Prinz beim Prädikantentreffen in der Ortenau für 45 Jahre Prädikantendienst als ehrenamtlicher Prediger eine weitere Urkunde von Pfarrerin Severine Plöse, Beauftragte für den Prädikantendienst in der Ortenau, überreicht. Die Urkunde kam von der Evangelischen Landeskirche Baden.
Beim bevorstehenden Neujahrsempfang 2025 wird die Gemeinde Hohberg ihn ebenfalls für seine besonderen Dienste ehren. Die christlichen Wurzeln hat der gebürtige Nordrheinwestfale in seinem Elternhaus, und sie ziehen sich, wie er betont, wie ein roter Faden durch sein gesamtes Leben.
Als die Familie ins badische Villingen umzog, war Eberhard Prinz sechs Jahre alt. Nach seiner Ausbildung zum Feinmechaniker schlug er einen neuen Weg ein und wurde Heilerziehungspfleger in Kork, wo er bis zu seiner Rente vor sieben Jahren tätig war. Menschen lagen ihm stets am Herzen, und so entschied er sich zu einem Lektorenkurs, der ihn für das Predigtamt qualifizierte. 1979 wurde er als Lektor im damaligen Kirchenbezirk Kehl in das Amt eingeführt. Im gleichen Jahr heiratete er, fand mit seiner Ehefrau und zwei Kindern eine neue Heimat in Hohberg und hielt seine erste Predigt im Hanauerland. Seit 45 Jahren gestaltet er als ehrenamtlicher Prediger in den Kirchenbezirken Lahr, Kehl und Offenburg Gottesdienste sowie Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Abendmahlsgottesdienste. In all seinen Ausführungen spürt man die Nähe und Verbundenheit zum
Glauben: „Im Glauben fühle ich mich zuhause, und im Glauben bin ich heimisch geworden; mein Hauptmotiv ist, den Menschen Glaube nahezubringen.“ So kam es auch, dass er 2004 eine weitere Ausbildung zum Pflegediakon in Ludwigsburg auf der Karlshöhe anschloss, die ihn befähigte, seelsorgerlich für die Menschen mit Beeinträchtigung in Kork da zu sein. Dem nicht genug. In einer dreijährigen Ausbildung bildete er sich zum Notfallseelsorger für Einsätze bei der Freiwilligen Feuerwehr Hohberg weiter. Er erzählt von vielfachen Einsätzen, bei denen er als Notfallseelsorger die richtigen Worte finden musste. „Zuhören ist dabei oftmals wichtiger als der wörtliche Trost, und ich bin ein guter Zuhörer“, stellt Eberhard Prinz fest und bezeichnet des Gabe des Zuhörens als Geschenk.
Immer bereit, anderen zu helfen mit dem Wunsch, die Menschen mögen von seiner christlichen Einstellung profitieren und er könne ein Stück Wegbegleiter und Wegweiser sein. Überall im evangelischen Kirchenbezirk ist Eberhard Prinz bekannt für seine vorbildliche Arbeit in den Gemeinden. Nicht ohne Grund sagte Dekan Rainer Becker einst über ihn, er hätte ebenso gut Pfarrer werden können. Am 12. Januar wird er aus gesundheitlichen Gründen seinen letzten Gottesdienst in Diersburg halten und seine Aufgabe als Prädikant beenden.
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