Pforzheimer Zeitung, 05.12.2024

 

Kirche definiert ihre völlig neue Struktur

In Workshops
werden Ideen für fünf Themenblöcke erarbeitet.

Evangelische Gemeinden gehen ab 2025 komplett andere Wege.

Pforzheim. Die Evangelische Kirche in Pforzheim ist bisher in neun Pfarrgemeinden organisiert. In Zukunft wird es fünf Themenbereiche geben, deren Angebote, Veranstaltungen und Gottesdienste die ganze Fläche des Kirchenbezirks im Blick haben.

Die neue Struktur soll zum 1. September 2025 in Kraft treten. Die Ältestenkreismitglieder, Mitglieder der Stadtsynode und hauptamtlich Mitarbeitende trafen sich nun, um Vorbereitungen für die neuen Leitungsteams der Themenbereiche zu treffen und sozusagen den zu überreichenden, konzeptionellen Staffelstab zu gestalten. Bis zur Übergabe wird in weiteren Workshops entwickelt, was in den einzelnen Themenbereichen verortet werden soll.

Welche Themenbereiche wurden besprochen?

Die Themenbereiche „Ins Leben wachsen“, „Leben gestalten“ und „Leben feiern“, „Herausforderungen angehen“ und „Glaube verftiefen“ wurden detailliert von verschiedenen Teams bearbeitet.

Der Themenbereich „Ins Leben wachsen“ nimmt Kinder bis zwölf Jahre und ihre Bezugspersonen in den Blick. Familien- und Taufgottesdienste werden in den Kirchen des Kirchenbezirks, in Kitas aber auch auf Spielplätzen, im Wildpark und anderen „Familienorten“ stattfinden. Die Idee eines Familiencafés soll im Winter 2025 ausprobiert werden. Angebote wie „Kirche kunterbunt“ oder Familienfreizeit werden fortgesetzt.

Der Themenbereich „Leben gestalten“ fokussiert sich auf Jugendliche und junge Erwachsene. Hier soll der Schwerpunkt in der ersten Phase vor allem auf Jugendfreizeiten, Mitarbeitenden-Schulungen, Jugendgottesdienste, Jugendkreise und die Weiterentwicklung des bezirklichen Konfimodells (Konfirmanden-Modell) gelegt werden.

Der Themenbereich „Leben feiern“ wird sich um serviceorientierte Angebote im Bereich der sogenannten Kasualien, vor allem Taufe, Hochzeiten und Beerdigungen kümmern. Außerdem wollen die Mitarbeitenden Menschen an verschiedenen Orten mit Aktionen überraschen – deshalb sollen diese Ideen bisher noch nicht verraten werden.

Der Themenbereich „Herausforderungen angehen“ wird vor allem im Bereich diakonisches und seelsorgerliches Handeln Angebote machen. Die Mitarbeitenden wollen sich mit ihren ersten Ideen vor allem der Herausforderung der zunehmenden Einsamkeit in der Gesellschaft annehmen. So soll es bei gottesdienstlichen Angeboten immer auch Zeit für Begegnung vor oder nach dem Gottesdienst geben.

Als Startpunkt ist ein großes Erntedankfest in der Christuskirche geplant. Es soll ein „externes Wohnzimmer“ eingerichtet werden, in dem sich Menschen treffen können, ohne ihre eigene Wohnung für andere öffnen zu müssen. Außerdem soll es kostenlose musikalische Angebote geben.

Der Themenbereich „Glaube vertiefen“ will Angebote bereit halten, die langfristig und nachhaltig vertiefen, was Glaube berührt. An verschiedenen Standorten in Pforzheim sollen dabei unterschiedliche, verlässliche Angebote entstehen. Eine „Gottesdienstwerkstatt“ wird gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus ihren Glaubenserfahrungen heraus einfach umsetzbare Andachten und Gottesdienste entwickeln, die auch ohne Hauptamtliche gefeiert werden können. Neben den sonntäglichen Angeboten soll es in der Auferstehungskirche als „Stadtkloster“ spirituelle Angebote unter der Woche geben. Ebenfalls ein neues Angebot trägt den Titel „Hebräischkurs – Gott spricht hebräisch“.

Was sagt die Vertreterin der Dekanin dazu dazu?

Dekanin-Stellvertreterin Esther Philipps freute sich über die Beteiligung der vielen Mitarbeitenden an diesem Workshoptag: „Mich begeistert die Kreativität, die ich heute erlebt habe. Und ich freue mich an den unterschiedlichen Persönlichkeiten, das tut unserer Kirche gut. In ihrer je ganz eigenen Art, die neuen Themenbereiche zu planen und vorzustellen, wurde die Zukunft unserer Kirche schon spürbar. Sie bekam Gesichter.“

Welche kirchlichen Gebäude können genutzt werden?

Langfristig werden nach aktuellem Stand folgende kirchlichen Gebäude zur Verfügung stehen: Gemeindehaus Büchenbronn, Gemeindehaus Huchenfeld, Haus der Evangelische Kirche, Martin-Luther-King-Haus, Wasserschloss Mühlhausen, Altstadtkirche, Auferstehungskirche, Bergkirche, Christuskirche, Evangelische Kirche Eutingen, Evangelische Kirche Huchenfeld, Kreuzkirche, Matthäuskirche, Schloßkirche, Stadtkirche und die Buckenbergkirche oder Haidachkirche (diese Entscheidung steht noch aus). Mittelfristig werden das Gemeindehaus in der Schwarzwaldstraße und die Markuskirche mit Gemeindehaus noch genutzt werden können. Einige Gebäude werden für die spezifischen Bedürfnisse eines Themenbereiches besonders ausgestattet, die anderen werden multifunktional allen Themenbereichen zur Verfügung stehen und so räumliche Heimat für ganz unterschiedliche Angebote werden.

Wo kann man sich über die Ideen informieren?

Ideen, welche Angebote die Evangelische Kirche in Pforzheim in Zukunft machen soll, werden auf der Webseite www.evkirche-pf.de/ekiba2032 gesammelt. Bei einem Workshop am 29. März 2025 wird mit allen Interessierten weiter am Gesamtkonzept gearbeitet.

Ende Juli wird die Veranstaltungsplanung für Herbst 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt und die Staffelstäbe an die neuen Leitungsteams übergeben. pm