Gemeinderat stimmt Übernahme des Tagheims zu
Die Pfullendorfer Verwaltung löst ab 1. September 2025 die evangelische Kirchengemeinde als neue Trägerin ab VON DIRK THANNHEIMERPfullendorf – Als einen Entschluss der Vernunft hat Pfullendorfs Bürgermeister Ralph Gerster die Übernahme des Familienzentrums evangelisches Kindertagheim ab 1. September 2025 bezeichnet. Der Gemeinderat stimmte in seiner öffentlichen Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung zu. Vorausgegangen war die Kündigung der Trägerschaft durch die evangelische Kirchengemeinde.
Die Erzieherinnen und Erzieher des evangelischen Kindertagheims sowie Vertreter des evangelischen Kirchengemeinderats füllten die Plätze im Rats- und Bürgersaal. Sie warteten gespannt auf die Diskussion über die gewollte Übernahme durch die Stadt Pfullendorf. „Wir begrüßen diese Übernahme der Einrichtung. Die gute Arbeit muss fortgesetzt werden“, sagte Stadtrat Karl Abt von den Freien Wählern. Michael Zoller von der gemeinsamen Fraktion Unabhängige Liste/SPD befürwortete ebenfalls die Entscheidung und hob positiv hervor, „dass das Bildungsangebot erhalten bleiben soll“.
Hauptamtsleiter Simon Klaiber konnte den Mitarbeitern des Tagheims mit auf den Weg geben, „dass wir das vorhandene Personal für den Betrieb der Einrichtung brauchen“. Es werden in Kürze Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, „denen wir alle ein Angebot zur Weiterbeschäftigung machen wollen“, so Klaiber.
Nachdem sich die evangelische Kirchengemeinde dazu entschlossen hatte, sich als Trägerin vom Kindertagheim zu trennen, begannen die ersten Verhandlungen mit der Stadt Pfullendorf, für die die Kündigung durch die Kirchengemeinde nicht überraschend kam. „Wir haben von Anfang an unser Interesse signalisiert und wollten zu einer schnellen Entscheidung kommen“, ergänzte Bürgermeister Ralph Gerster.
Die Kosten heben sich auf
Bei den Verhandlungen ging es vor allem auch um die Kosten, denn die Kirchengemeinde ist zwar Eigentümerin des Gebäudes, das Grundstück gehört aber der Stadt Pfullendorf, die sich wiederum entsprechend der Betriebskostenvereinbarung an den Investitionsausgaben sowie an den Betriebsausgaben für den laufenden Betrieb beteiligt hat. „Die Kosten heben sich auf“, sagte Klaiber, weshalb das Gebäude zum symbolischen Wert von einem Euro an die Stadt Pfullendorf übergeben werden kann. „Das war eine unbürokratische Entscheidung“, so Klaiber.
Vor etwas mehr als einem Monat hatte der evangelische Pfarrer Sebastian Degen in einem Brief an die Eltern gewandet und die Trennung vom Kindertagheim unter anderem damit begründet, „dass die Situation in unserem Kindertagheim leider so ist, dass viele der baulichen Standards nicht oder zumindest – für unseren Anspruch an die Qualität der Kinderbetreuung – nicht ausreichend erfüllt werden können“.