Schwetzinger Zeitung, 21.11.2024

 

Klimaneutralität bis 2040 zu ehrgeizig?

Evangelische Kirche Südliche Kurpfalz: Herbstsynode zum Thema ökologisches und schöpfungsethisches Handeln

Schon bei der Andacht der Bezirkssynode der Evangelischen Kirche Südliche Kurpfalz am Samstag im Walldorfer Gemeindehaus wurde deutlich, wie problematisch und tückenreich die Idee der Klimagerechtigkeit und ihre Umsetzung im Alltag sein kann. Die Walldorfer Pfarrer erzählten im kleinen Anspiel, wie gut die Nachricht vom Ziel der Landeskirche in Baden, Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, zunächst angenommen wurde. „Gut so, wird Zeit“, dachte sich Uwe Pfarrer Boch. Dann fiel die Heizung in der Kirche aus – und es wurde viel komplizierter als gedacht.

Einig waren sich beide darin, dass Christen Verantwortung tragen für die Schöpfung und es Mut und Kreativität brauche, das auch aktiv umzusetzen. Pfarrerin Henriette Freidhoff erzählte vom Gleichnis Jesu von dem Mann, der sein Haus auf Felsen und nicht auf Sand bauen solle. In der Nachfolge Jesu brauche es eine Basis. „Die Basis unserer Gemeinde sind Menschen, nie Gebäude.“ „Ja, aber die Heizung . . .“ endete die Andacht und damit war das Thema der Synode wunderbar beschrieben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Drei Experten der Landeskirche waren zu Workshops aus Karlsruhe angereist, um konkret über die Schritte zur Klimaneutralität und Förder- und Beratungsmöglichkeiten zu informieren. Dr. André Witthöft-Mühlmann, der Umweltbeauftragte der Landeskirche, Hans Reichert, Ansprechpartner Photovoltaik im Oberkirchenrat, und Anja Luft, die Leiterin des Einkaufsportales der Landeskirche www.wir-kaufen-anders.de.

In kleinen Gruppen arbeiteten die Synodalen an konkreten Schritten für die jeweils eigene Gemeinde. Vor den Infogruppen fand die Wahl eines Stellvertreters der neuen Dekanin Katharina Treptow-Garben statt. Gewählt wurde der Oftersheimer Pfarrer Dr. Simon Layer.

Die Landessynodalen Dr. Jochen Beurer und Dr. Adelheid von Hauff berichteten aus Landessynode, von Hauff auch aus der EKD-Synode. Insbesondere das Thema neue Formen der Taufe, kirchlicher Hochzeiten und die Begleitung bei Trauerfällen und bei der Beerdigung wurde auf der Landesebene diskutiert. Es sollen neue Regelungen der Gestaltung von sogenannten Kasualien auf allen Ebenen diskutiert werden. Synodenvorsitzender Pfarrer Michael Dahlinger lud die Synode ein, bei der Frühjahrstagung am 9. Mai 2025 darüber ins Gespräch zu kommen. zg

Weitere Infos zu den Themen gibt es unter www.ekisuedlichekurpfalz.de