Sie verkünden Gottes Botschaft über die Musik
Mitglieder des evangelischen Kirchenchors beim Gottesdienst für ihre Treue ausgezeichnet
Dossenheim. (dw) Regina Mandler sprach von der Sangesfreude und guten Gemeinschaft, in der man sich angenommen und aufgenommen fühle. In der evangelischen Kirche fragte die Chorobfrau des evangelischen Kirchenchors weiter, wie es komme, dass Menschen bis ins hohe Alter in einem Kirchenchor mitsängen. Selbstverständlich hat ein Kirchenchor die Aufgabe, „Gottes Botschaft über das Medium Musik an die Gemeinde weiterzugeben“. Genau das machen vier am Reformationstag Geehrte seit vielen Jahren – und machten sie auch jetzt beim Gottesdienst.
Unter der Leitung von Carola Steinmaier sang der Chor mehrere Lieder. Der Posaunenchor unter der Leitung von Stefan Hübsch setzte weitere musikalische Glanzpunkte. Hoffnungsfroh beschwingt verabschiedeten Chor und Posaunenchor die Gottesdienstbesucher mit je einem musikalischen Kick zunächst ins Foyer zum Kirchencafé und dann in die Woche.
In diesem Jahr wurden vier Frauen aus dem Sopran für ihre langjährige Treue zum Chor geehrt. Pfarrer Matthias Weber gratulierte jeder per Handschlag und überreichte je eine Rose. Mandler sagte Persönliches. So singt Irmgard Ehrhard seit zehn Jahren im Chor. Außerdem packte sie immer bei den Theater- und Gemeindeabenden mit an. Der Kirchenmusikverband der Evangelischen Landeskirche in Baden schickte gleich drei Urkunden in die Bergstraßengemeinde, denn Wilma Groß, Otti Kirsch und Gisela Schmitt sind seit 25 Jahren Chorsängerinnen.
Groß nimmt außerdem in größter Regelmäßigkeit an den Proben bei. Bei den Theaterabenden soufflierte sie. Ähnlich Kirsch. Auch sie wirkte als Souffleuse mit. Außerdem ist sie seit über 20 Jahren zuverlässige Notenwartin. Schmitt übernahm als Ensemblemitglied der Theatergruppe so manche Hauptrolle. Für den Chor kümmerte sie sich zwanzig Jahre lang um die Noten. Gemeinsam mit Kirsch besucht sie passive Mitglieder an deren Geburtstagen. „Man kann gar nicht alles aufzählen“, unterstrich Mandler das zuvor über das Singen im Chor Gesagte. „Freiwillig und Ehrenamtlich,“ lobte sie. Und in treuer Verbundenheit zum Chor, möchte man hinzufügen. In Treue mündete auch die Predigt von Pfarrer Weber, die er auf das dritte Kapitel im Römerbrief aufgebaut hatte. Der Mensch besteht vor Gott allein durch seinen Glauben, legte er zunächst den Bibeltext, so wie ihn Martin Luther verstanden hatte, aus. Mit Taten allein sei dieses Ziel jedoch nicht zu erreichen. „Bei mir bist du schön“, blicke Gott immer mit in den Spiegel. Sichtbare Unebenheiten würden ausgeglichen. Das Wort Glauben ersetzte er dann durch Treue. Das sei durch die Bedeutung im Original gedeckt. Treue mache das Leben reich und schön und alle im Glauben gleich.