Badische Zeitung Emmendingen, Kaiserstuhl, 12.11.2024

 

Kirchengemeinden suchen nach Name und Struktur

Die evangelischen Kirchengemeinden am Nördlichen Kaiserstuhl sowie in Malterdingen und Kenzingen bauen an ihrer künftigen gemeinsamen Struktur. In Leiselheim gab es jetzt Informationen zum Stand der Dinge und zu Plänen.

Endingen-Königschaffhausen/ Leiselheim
Die evangelische Kirchengemeinde Königschaffhausen-Leiselheim bildet einen Kooperationsraum mit den Gemeinden Riegel-Endingen, Kenzingen und Malterdingen. Bei der Gemeindeversammlung am Sonntag in der Kirche in Leiselheim informierte Pfarrer Peter Boos über das Miteinander im Kooperationsraum „West“ innerhalb des Kirchenbezirks Emmendingen und anstehenden Aufgaben.


Zum einen geht es Boos zufolge darum, welche Rechtsform der Kooperationsraum anstreben wolle. Zur Prüfung dieser Frage habe sich eine ständige Steuerungsgruppe mehrmals getroffen und unter anderem zwei Informationsabende mit einem Kirchenrechtler organisiert. Bis Ende 2025 müsse die Rechtsform bestimmt sein.
Gesucht wird Boos zufolge nach wie vor auch ein Name. Neben dem Arbeitsnamen „EM West“ wurden die Variationen „Weinstockgemeinden“ oder „Katharinengemeinden“ genannt, Letzteres in Anlehnung an die Straßburger Reformatorin Katharina Zeller und die Katharinenkapelle auf dem Endinger Hausberg. Weitere Vorschläge nehme man gerne noch entgegen.
Im Frühjahr wird der Kooperationsraum laut Pfarrer Boos die ersten Schritte in die Öffentlichkeit gehen. Am 9. Februar ist ein gemeinsamer Gottesdienst in Malterdingen als Auftakt geplant. Einen Monat später, am Sonntag 9. März, werden die lokalen Gottesdienste im „Kanzeltausch“ gefeiert. Und am 1. Juni werde man gemeinsam ein Tauffest an der Elz in Kenzingen anbieten.


Eröffnet worden war die Gemeindeversammlung von deren Vorsitzendem Elmar Henninger. In seinem Bericht aus dem Kirchengemeinderat ließ der Kirchengemeinderatsvorsitzende Simon Schmidt die Zeit seit der letzten Gemeindeversammlung Revue passieren. Schmidt verwies besonders auf die schönen Kirchplatzfeste im August ein, die nach der Pandemie nun wieder zweitägig gefeiert werden konnten. Er dankte allen Vereinen, Gruppen und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und würdigte auch die lebendige Kinder- und Jugendarbeit. Deren Highlight war das Zeltlager in den Sommerferien mit mehr als 80 Kindern und rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Schwarzwald.


Rund 13.000 Euro mussten in die historische Orgel in der Leiselheimer Kirche investiert werden, da das Instrument vom Holzwurm befallen war, wovon es nach den Arbeiten der Fachfirma hoffentlich wieder befreit sei. Außerdem musste im Frühjahr dieses Jahres das Dach im Torhaus des Anwesens Altes Pfarrhaus in Leiselheim saniert werden. Schmidt dankte den zahlreichen Helferinnen und Helfern beim Eindecken. Das Gebäude soll laut Pfarrer Boos jetzt ebenso wie das alte Pfarrhaus als Wohnraum vermietet werden. Auf dem Areal soll auch weiteres Bauland geschaffen werden. Unter Zugzwang stehe man hier nicht, so Boos gegenüber der Badischen Zeitung. Man wolle das Bauland entwickeln, doch derzeit gebe es konjunkturbedingt wenig Nachfrage.


Ein Jahr voraus ging der Blick beim Hinweis auf die 2025 anstehenden Wahlen zum Kirchengemeinderat. Wahltermin ist laut Pfarrer Boos der erste Advent. Es gelte in den kommenden Monaten Menschen zu finden, die bereit sind, sich zur Wahl zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Ohne ehrenamtliches Engagement sei eine Kirchengemeinde schlicht nicht lebbar, so Boos.
Unter dem letzten Tagesordnungspunkt „Aussprache“ wurden Themen wie sinkender Gottesdienstbesuch, die Akustik in den Kirchen und der Dank an die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Mitte der Versammlung angesprochen.BZ/ mw