Sie gehen auf Pilgerreise in Sachen Kirchenzukunft
Erstmals in der Geschichte der Landeskirche teilt sich ein Duo die Stelle des Dekanstellvertreters. Nicht die einzige NeuerungBöhringen (pm/sf) Pfarrerin Louisa Mallig ist auf der Bezirkssynode des Kirchenbezirkes Konstanz in Böhringen für weitere sechs Jahre mit ihrer Aufgabe als Klinikseelsorgerin in Konstanz beauftragt worden. Durch die Auflösung des Klinikums Radolfzell ist die Geriatrie nach Konstanz gezogen und fordert mehr Aufmerksamkeit. Daher stellt sie zugleich ab Anfang Dezember ihr Amt als Dekanstellvertreterin zur Verfügung, wie es in einer Pressemitteilung des Kirchenbezirks heißt.
„Ich spüre, dass meine Kräfte zukünftig noch mehr in der Klinik gebraucht werden, und ich möchte mich dieser Aufgabe voll widmen“, so Mallig. Zur Wahl stand zum ersten Mal in der Geschichte der Landeskirche ein Duo, das sich die Stelle teilen wird: Pfarrerin Octavia von Roeder (Litzelstetten und Dettingen-Wallhausen) und Pfarrer Karsten Beekmann (Konstanz-Wollmatingen) wurden mit einer Stimme gemeinsam gewählt. 39 der 41 stimmberechtigten Synodalen sprachen ihnen ihr Vertrauen aus. „Somit haben wir die Möglichkeit, mit mehr Augen zu sehen, was gerade im Bezirk dran ist“, so Dekan Markus Weimer. Die beiden sind gewählt bis Frühjahr 2026.
Weimer betonte die Notwendigkeit, den Prozess der Veränderung als eine „Pilgerreise“ zu verstehen, die immer wieder Kurskorrekturen erfordert. Praktisch wurden diese Gedanken durch sechs zukunftsweisende Projekte im Kirchenbezirk erfahrbar. An Pilgerstationen standen deren Vertreter den Synodalen für Fragen zur Verfügung. Darunter war die Horizont-Kirche in Singen. Pfarrerin Andrea Fink-Fauser ist hierzu gerade mit einem Team in der Planung. Im Café Horizont, angegliedert an das Hospiz in Singen, soll es künftig Espresso, Seelsorge und spezielle Gottesdienstformate geben. Zudem stand Pfarrer im Probedienst Lukas Best für Fragen rund um die Paradies-Kirche zur Verfügung. In der Luthergemeinde Konstanz werden ausgehend von der Konfirmandenarbeit Formate entwickelt und erprobt, die gezielt Jüngere und Familien ansprechen.
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