Mit neuer Leiterin in neue Räume
Die Psychologische Beratungsstelle des Diakonischen Werks hat mit Mirjam Lavanchy eine neue Leitung bekommen. Außerdem zieht sie nächste Woche um in den Neubau an der Christuskirche.
LÖRRACH
Mirjam Lavanchy leitet den Fachbereich Psychologische Beratung beim Diakonischen Werk im Landkreis Lörrach seit 1. Oktober. Sie ist Diplom-Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin sowie Diakonin. Die vergangenen zehn Jahre war sie im Landratsamt Lörrach tätig, fünf Jahre beim Jugendamt, danach war sie für Pflege- und Adoptivkinder zuständig. Sie stammt aus Nordwürttemberg und war dort bereits in der Diakonie tätig. Sie folgt auf Stefan Günther, der die Psychologische Beratung 16 Jahre lang geleitet hat. Als Berater und Fachbereichsleiter hatte er zwei Aufgaben, wobei die Leitung im Vordergrund stand. Er möchte sich jetzt wieder auf die Beratung konzentrieren, bleibt darum in der Beratungsstelle. Er sei damit natürlich ein Risiko eingegangen, sagt er, doch mit seiner Nachfolgerin hat er sich eingehend besprochen und den Übergang sorgfältig umgesetzt, sagt Günther. Und Lavanchy ist froh, auf seine Expertise zurückgreifen zu können. Karin Racke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Kreis, betont, Günther habe mit seinem Engagement wichtige Impulse gesetzt und sei eine wichtige Säule im Leitungsteam gewesen.
Nicht nur die Leitung ist neu, auch räumlich gibt es einen Neuanfang: Kommende Woche ziehen die Diakonie und die Psychologische Beratungsstelle, die bisher in der Bahnhofstraße 8 in Lörrach ist, in den Neubau an der Christuskirche an der Nansenstraße um, wo sie ab 18. November zu erreichen sind.
Als Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle hat der Fachbereich 2008 begonnen. Seither wurde das Aufgabenfeld ausgeweitet. Die Umgangs- und Beratung von Trennungskindern wurde ausgeweitet, die Beratung älterer Menschen und ihrer Angehörigen kam hinzu.
Die Komplexität nimmt in allen Lebensbereichen zu, daher suchen zunehmend mehr Menschen Beratung, stellt Racke fest. „Die Nachfrage ist in allen Beratungsteilen gestiegen, wir kommen kaum hinterher“, berichtete Günther. Und oft sind es Menschen, die in Not sind und schnelle Hilfe brauchen. Oft bewegen sich die Anfragen in einer Grauzone, wo psychische Not besteht, aber eine von der Krankenkasse finanzierte psychiatrische Behandlung noch nicht angezeigt ist, manchmal aufgrund des Fachärztemangels auch gar nicht möglich ist. Die Diakonie ist in der guten Lage, an andere Dienste im eigenen Haus vermitteln zu können.
335 Personen haben 2023 die Psychologische Beratung in Anspruch genommen, berichtet Lavanchy. Dabei sind die Anteile von Frauen und Männern fast ausgeglichen. Bei Trennungs- und Scheidungsberatungen sowie in der Umgangsberatung ist die Nachfrage stark gewachsen. 379 begleitete Umgänge wurden 2023 durchgeführt. Das geschieht bei der Diakonie im Haus, wo es ein Spielezimmer mit Angeboten für Säuglinge bis Teenager gibt und Anleitungen gegeben werden, wie der jeweilige Elternteil mit dem Kind umgeht. Ein Viertel der Ratsuchenden war über 60 Jahre alt. Hier sind oft Konflikte in der Familie, die Pflegesituation oder der Umgang mit Krankheiten, aber auch Vereinsamung ein Thema. Finanziert wird die Beratungsstelle vor allem aus Mitteln der Landeskirche. Für Trennungs- und Scheidungsberatung und den begleiteten Umgang gibt es Kostenersatz vom Landratsamt.
Terminvereinbarung unter www.diakonie-loerrach.de und 07621/88128.
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