rnz.de (Rhein-Neckar-Zeitung), 06.11.2024

 

Zukunft der Kirchengebäude bald geklärt

Edingen-Neckarhausen.

Strategieprozess der Badischen Landeskirche: Bei Gemeindeversammlungen in Edingen und Neckarhausen informiert der Bezirkskirchenrat über die Entscheidung.

(nip) Wie geht es weiter mit den Kirchengebäuden der evangelischen Gemeinden in Edingen und Neckarhausen? Aus welchen Kirchengebäuden zieht die Evangelische Landeskirche in Baden ihre Baukostenförderung zurück? Darüber wird bei den anstehenden Gemeindeversammlungen informiert.

Klar ist: Die Veränderungen im Kirchenbezirk Neckar-Bergstraße laufen bereits, und sie werden weitere Einschnitte für die insgesamt 19 Kirchengemeinden bedeuten. Räumlich und auch personell.

Die Landeskirche in Baden hat unter der Überschrift "Transformation und Reduktion" einen Strategieprozess begonnen mit dem Ziel, bis 2032 insgesamt 30 Prozent an Kosten einzusparen. Es geht in diesem Strategieprozess insbesondere um Personalstellen und die Zukunft kirchlicher Liegenschaften.

Hier sollen sukzessive bis 2032 Ausgaben um 20 Prozent reduziert werden. Durch eine sogenannte "Umschichtung" von zehn Prozent sollen Vorhaben der Digitalisierung, bei Gebäudesanierungen, Klimaschutzmaßnahmen und "weitere Innovationen" ermöglicht werden, wie es bei der Herbsttagung der Landessynode 2021 hieß.

Zu dieser Zeit war noch Cornelius Bundschuh Landesbischof – seine Nachfolgerin Heike Springhart hat nach ihrem Amtsantritt durch umstrittene Personalentscheidungen bereits für einige Unruhe in der Landeskirche gesorgt.

In einer Zeit, in der immer mehr evangelische und katholische Christen ihren Austritt aus der Glaubensgemeinschaft erklären, hauptamtliche Stellen gestrichen werden und Gebäude aus der landeskirchlichen Förderung fallen, muss man sich fragen, wie der "transformatorische" Teil des Strategieprozesses auf eine Weise gelingt, die den christlichen Glaubensgrundsätzen der Evangelischen Kirche entspricht.

Viel ist derzeit von "Kooperationsräumen" die Rede, die "neue Formen kirchlichen Lebens" hervorbringen sollen. "Verlebendigung" heißt das neuerdings. Eine weitere Wortschöpfung dieser Art ist die "Beampelung".

Dabei werden Kirchengebäude mit den Signalfarben einer Ampel eingestuft: Rot heißt, das Gebäude fällt künftig aus einem Baukostenzuschuss durch die Landeskirche heraus. Bei Gelb ist die Förderung von Sanierungsmaßnahmen unsicher, bei Grün ist alles gut.

Das evangelische Gemeindehaus
in Neckarhausen wurde bereits als rot eingestuft. Wie es mit den beiden Kirchen und dem im vergangenen Jahr eröffneten Gemeindehaus in Edingen weitergeht, werden die Mitglieder beider Kirchengemeinden am Freitag, 15. November, erfahren.

An diesem Abend finden zwei Gemeindeversammlungen statt, in denen der Bezirkskirchenrat über seine Entscheidung bei der erwähnten "Beampelung" informieren wird. In Neckarhausen beginnt die Versammlung um 19 Uhr in der Lutherkirche. Um 20 Uhr startet die Gemeindeversammlung in Edingen. Sie findet ebenfalls in der Kirche statt.

"Der Abend wird so oder so ein trauriger für die evangelischen Christen Edingen-Neckarhausens", sagt der Edinger Pfarrer Bernd Kreissig. Denn so sicher beide Ortsteilgemeinden um den perspektivischen Erhalt ihres Gotteshauses bangen, so wenig wünsche man dem anderen Ortsteil die Aufgabe desselben, und wird sicher die Trauer der anderen über den Verlust nachvollziehen und teilen.

Alle Gemeindemitglieder und die interessierte Öffentlichkeit sind dazu eingeladen, sich an diesem Abend über die Zukunft der Gebäude zu informieren.