badische-zeitung.de, 29.10.2024

 

Auf einem kurzen Weg einiges erreicht

Bezirkskantorin Carmen Jauch ist am Sonntag mit einem musikalischen Gottesdienst in der Stiftskirche verabschiedet worden. Sie wechselt nach Ravensburg. Dekan Rainer Becker würdigte ihr vielfältiges Wirken in kurzer Zeit. 2 min Endrik Baublies

Die Kantorei, Viola de Galgóczy (Sopran), Ulrich Steurer (Blockflöte/Oboe), Veronika Ohnmacht (Violine) und Monika Ecker (Violincello) und Martin Groß (Orgel) begleiteten den Gottesdienst am Nachmittag musikalisch. Jauch, die den Chor und die Musiker ein letztes Mal leitete, spielte Cembalo und die Truhenorgel im Altarraum. Chor und Ensemble brachten Werke von Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach zu Gehör. Neben den bekannten Komponisten gehörten "Ubi Caritas" von Ola Gjeilo (geboren 1978) und ein "Präludium mit Fuge in d-Moll" von Vincent Lübeck (1654 – 1740) zu den Werken, mit denen dieser Gottesdienst umrahmt wurde.

Wie gekonnt Sänger und Musiker bei dieser Andacht den Abschied der Bezirkskantorin musikalisch eingekleidet haben, sagt mehr über den Verlust aus, als es Dekan Rainer Becker in seinen Abschiedsworten ausdrücken konnte. Vier Mädchen, die ebenfalls zur Jacobuskantorei gehören, dankten nach ihrem unangekündigten Auftritt mit einem Ballon, auf dem ganz schlicht und einfach "Danke" geschrieben war. Die Kirchenälteste Susanne Oser brachte es auf den Punkt: "Der gute Klang der Stiftskirche ist bis nach Ravensburg gedrungen." Dekan Becker zitierte Jauch in seinen Abschiedsworten so: "Ich bin angekommen, aber noch nicht ganz zufrieden." So war die anstehende Renovierung der Orgel in der Stiftskirche ein Grund, warum sie nach Ravensburg wechselt.

Becker sprach von "einem Stück Weg", den die Bezirkskantorin mit der evangelischen Gemeinde in Lahr gegangen ist. Jauch hatte am 1. Advent im Jahr 2023 ihr Amt angetreten. In diesem "zu kurzen Jahr" hat Jauch einiges geschaffen. Becker erinnerte unter anderem an das gelungene Experiment von "Bach und Jazz", eine Sommermusik mit Alphörnern, Konzerte mit historischen Instrumenten und an die gute Zusammenarbeit mit der Maitrîce vocale und der Kantorei.

Der konzertante Einstand der zu Ostern 2024 noch neuen Kantorin war vielversprechend. Jauch hatte für ihr erstes Konzert in der Stiftskirche ein eher unbekanntes und selten gespieltes Werk von Dietrich Buxtehude ausgewählt.