Grünes Licht für Kirchen, Rot für Gemeindehäuser
Ampelsystem entscheidet über Zukunft der Gebäude
fhsLeimen/Sandhausen/Nußloch. (fhs) Im Rahmen des „Strategieprozesses 2032“ (s. weiterer Artikel) hat die Evangelische Landeskirche bekanntlich kirchliche Immobilien anhand eines Ampel-Systems eingeteilt. Danach bedeutet „Grün“ weiter zentrale Finanzierung und die Absicht, das Gebäude klimaneutral zu sanieren. „Hellgrün“ besagt, dass die Baulast dafür nicht bei der jeweiligen Kirchengemeinde liegt. Die gelbe Farbe steht für „noch nicht entschieden zwischen ,Grün’ und ,Rot’“. 2025 soll dazu eine nähere Prüfung erfolgen. „Rot“ bedeutet, dass hierfür künftig „keine zentralen Mittel“ mehr bereitgestellt werden. Erhalt, Sanierung und Betrieb dieser Kirche, dieses Gemeindehauses oder eines anderen kirchlichen Gebäudes müssen künftig anders finanziert werden. Sollte die jeweilige Kirchengemeinde dafür nicht aufkommen können, ist zu klären, ob und wie diese „rot“ markierte Immobilie verwertet oder verkauft werden kann.
„Kirchen sind identitätsbildende Bauwerke“, erklärt Leimens Pfarrerin Natalie Wiesner. Deren Erhalt habe neben reiner Kostenüberlegungen einen anderen Stellenwert als die Entscheidung über den Umgang mit Gemeindehäusern. Im Kooperationsraum Mittlerer Leimbach mit den Gemeinden Leimen, St. Ilgen, Sandhausen und Nußloch sind folgende Ampelfarben festgelegt worden: „Grün“ bewertet sind die Kirchen in Leimen und Nußloch sowie das Gemeindehaus in St. Ilgen. Leimens Kirche ist ältestes Gebäude der Stadt. Die Kirche in St. Ilgen ist „gelb“ eingestuft. In Nußloch ist die Kirche ebenfalls „grün“, in Sandhausen „hellgrün“. „Rot“ markiert sind hingegen alle Gemeindehäuser außer das St. Ilgener Martin-Luther-Hauses. In Sandhausen ist das Wichernhaus bereits verkauft und der an die Kirche angefügte Neubau ist fast fertig. Eine Spendenaktion für das neue Gemeindehaus läuft hier noch weiter. In Nußloch ist ein neues Foyer an die Kirche gebaut worden; für das alte Gemeindehaus mit Kindergarten laufen Verhandlungen mit der Gemeinde. Auch für das 1998 gebaute Leimener Gemeindehaus wird man – ohne Zeitdruck – nach Finanzierungslösungen suchen müssen.