Ettlingen verabschiedet beliebten Pfarrer
Eva Läufer-Klingler„Sie haben Eindruck gemacht“, betonte Dekan Martin Reppenhagen in seiner herzlichen Ansprache. Seine Worte galten dem protestantischen Pfarrer Roija Weidhas, der nach siebenjähriger Tätigkeit in den Ruhestand geht und von Ettlingen nach Karlsruhe zieht. Ein Verlust für die Gemeinde, denn Weidhas erfreute sich in der Paulusgemeinde großer Beliebtheit. Deshalb sagte Martin Reppenhagen auch an die zahlreichen Kirchenbesucher gewandt: „Wir fangen etwas später an, denn Sie alle haben uns überrascht und wir müssen noch mehr Stühle organisieren.“
Pfarrer Roija Weidhas pflegte, und das wurde auch bei seiner letzten Predigt deutlich, einen überaus lebendigen Gottesdienststil, mit dem die Gemeinde offenbar vertraut ist. Es wurde viel und kraftvoll gesungen, wobei auch modernere Kirchenlieder zum Vortrag kamen. Die Predigt, in deren Verlauf mehrere Mitglieder des Ältestenkreises in einer Art Rollenspiel über das Thema „Überforderung und das Abgeben von Lasten an Gott“ sprachen, setzte einen ganz eigenen Akzent. Deshalb war das allgemeine Lob für den gebürtigen Sachsen Weidhas groß. Eben jenes von Dekan Reppenhagen, aber auch das von der Vorsitzenden des Ältestenkreises, Ruth Feldhoff, die die Auseinandersetzung des Pfarrers mit weltlichen Themen aus christlicher Perspektive hervorhob. Auch Christa Stauch überbrachte als Vertreterin von Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) herzliche Dankesworte, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft des scheidenden Pfarrers: „Sie haben hier Spuren hinterlassen“, sagte sie. Weidhas, der mit seiner Frau und drei ihrer fünf Kinder seinerzeit nach Ettlingen gezogen war, hat sich in der Paulusgemeinde immer wohlgefühlt. „Erst habe ich gedacht, wie wird das werden, hier in Baden?“, schmunzelt Roija Weidhas bei der Erinnerung. „Aber ich bin sehr gut mit den Leuten zurechtgekommen.“
Das lag auch an ihm, der sehr vielseitig engagiert war und sich auch in die Stadt Ettlingen einbrachte. Nicht vergessen werden soll, das hoben alle Festredner an diesem Nachmittag hervor, sein Wirken im Hospiz Arista, das Weidhaus mehrmals wöchentlich besuchte.
Nun will Roija Weidhas sein Rentnerdasein genießen und ein wenig entspannen. „Nach dem Gottesdienst war stets vor dem Gottesdienst und ich wollte mir immer etwas Besonderes einfallen lassen“, verrät der scheidende Pfarrer. Denn gegen den Mitgliederschwund und die Überalterung der Gemeinden habe er auch kein Rezept, wie er bekennt.
Für die Paulusgemeinde wird es erst einmal eine Zeit der Vakanz geben. Die fällt in eine Phase, in der der Kooperationsraum mit den evangelischen Kirchengemeinden in Malsch und Rheinstetten ohnehin verkleinert werden wird. Es fehlt an Pfarrerinnen und Pfarrern, was aber wiederum Chancen eröffnet für Prädikanten und Ehrenamtliche, die sich in das kirchliche Leben stärker einbringen werden.
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