Modernes Pfarrhaus soll neuen Pfarrer nach Hardheim locken
Hardheim.
Die Evangelische Kirchengemeinde will das in die Jahre gekommene Gebäude neben dem Gemeindezentrum sanieren. Janek Mayer(jam) Die evangelische Kirchengemeinde will das in die Jahre gekommene Pfarrhaus am Gemeindezentrum sanieren und renovieren. Dort hatte zuletzt Pfarrer Markus Keller mit seiner Familie gewohnt, bevor er im September 2022 nach siebeneinhalb Jahren in Hardheim nach Bensheim wechselte. "Wir sind eine große Familie mit fünf und demnächst sechs Kindern. Das Pfarrhaus in Hardheim war einfach zu klein. Zudem sind die Wege zu meinen Schwiegereltern und meinen Eltern von Bensheim deutlich kürzer", kommentierte der in Krefeld geborene Theologe damals seine Entscheidung.
Einen Nachfolger gibt es bis heute nicht. "Ein renoviertes Pfarrhaus macht unsere Pfarrstelle für Bewerber viel attraktiver und ist ein wichtiger Schritt, um einen neuen Pfarrer oder eine neue Pfarrerin für unsere Gemeinde zu gewinnen", ist Sieghard Schmidt, der Vorsitzende des Bauausschusses, überzeugt.
Das 1956 erbaute Pfarrhaus an der Kreuzung von Jahn- und Schulstraße war zuletzt 1989 renoviert worden. Danach füllten es die Pfarrfamilien Lange, Krust und Keller mit Leben, seit 2022 harrt es neuer Bewohner. "Jetzt, wo das Gebäude leer steht, bietet sich die perfekte Gelegenheit, es grundlegend zu modernisieren", sagt Schmidt.
Für die Instandhaltung setzt der Bauausschuss auf die finanzielle Unterstützung der Landeskirche. Sie hat das Gemeindezentrum als "förderfähig" anerkannt, freut sich Siegfried Schmidt, der gleichzeitig bedauert, dass es einigen anderen Gebäuden im Kirchenbezirk schlechter ergeht: "Für manche Kirchengemeinden in unserer Nachbarschaft geht es also zukünftig darum, ob sie überhaupt ihr Pfarrhaus, Gemeindehaus oder sogar ihre Kirche halten können."
Hardheim dagegen erhält weiterhin Finanzspritzen, muss aber im Gegenzug zum Energiesparen beitragen. Wenn das Gebäude-Ensemble die Vorgaben für die energetische Sanierung erfüllt, übernimmt die Landeskirche laut Schmidt 55 Prozent der Kosten.
Ein wichtiger Baustein ist dabei der Anschluss an das Nahwärmenetz des Walter-Hohmann-Schulverbunds, das bereits zahlreiche kommunale Gebäude in direkter Nachbarschaft des Gemeindeindezentrums beheizt. Zudem soll die Fassade erneuert werden und eine moderne Wärmedämmung erhalten. Neue und energieeffiziente Fenster werden ebenso installiert wie eine dezentrale Lüftungsanlage, um Schimmelbildung zu vermeiden und gleichzeitig Energie zu sparen. "Natürlich müssen auch die Innenräume modernisiert werden, damit das Haus wieder attraktiv für einen neuen Mieter wird", ergänzt Schmidt.
Die Gesamtkosten dafür schätzt er auf mehr als 200.000 Euro – "eine Riesensumme für eine Kirchengemeinde". Abzüglich der Förderungen der Landeskirche und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle rechnet er damit, dass die Kirchengemeinde etwas weniger als die Hälfte aufbringen muss: "Wir, die Kirchengemeinde, benötigen ungefähr 90.000 Euro, die wir auch durch die Unterstützung unserer Gemeindemitglieder aufbringen möchten." So plant der Bauausschuss unter anderem, die diesjährige Gemeindespende für die Arbeiten am Pfarrhaus zu verwenden.
Er verspricht: "Am Ende der Aktion werden wir die gesammelten Gelder veröffentlichen, damit alle sehen können, welchen Spendenbeitrag wir gemeinsam erbracht haben."
Ebenso appelliert er an die Gemeindemitglieder, sich selbst tatkräftig einzubringen: "Alles, was wir selbst leisten können, werden wir in Eigenarbeit umsetzen." So könne die Renovierung dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Für die größeren, spezialisierten Arbeiten greift die Kirchengemeinde dann jedoch auf Fachfirmen zurück.
Aus seiner Erfahrung heraus gibt sich Siegfried Schmidt optimistisch, dass sein Team die Sanierung gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern erfolgreich schultern kann. In der Vergangenheit kamen diese bereits im Rahmen der Gemeindespende für das Kirchencafé zusammen. "Dank der Spenden unserer Mitglieder konnten wir einen gemütlichen Treffpunkt schaffen, der jeden Sonntag von 20 bis 40 Gemeindemitgliedern genutzt wird", anerkennt Schmidt. Der Jugendkreis und das Kirchenkino nutzen diese Räume ebenso regelmäßig.
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