Zum Osterfest sogar eine Hüpfburg
Seit fünf Jahren gibt es die YChurch für junge Menschen in der Weiler Johannesgemeinde. Die Kooperation von CVJM und Landeskirche ist eine Erfolgsgeschichte, die immer weitere Kreise zieht.
Weil am Rhein Christliche Gemeinschaft neu zu erleben, das war ein Ziel, mit dem die Weiler YChurch vor fünf Jahren angetreten ist. Inzwischen kann sie sich mit Fug und Recht als Erfolgsgeschichte feiern lassen. Fünf Jahre nachdem die Kooperation des CVJM mit der evangelischen Landeskirche in Weil besiegelt wurde, können Kathrin Husser und Jonathan Grimm nicht nur darauf verweisen, dass zu den 14-täglichen Gottesdiensten jeweils zwischen 100 und 140 Menschen kommen. Seit September wurde die bisher auf 50 Prozent limitierte Personalstelle von Grimm auf eine volle Stelle aufgestockt und zu alledem hat die YChurch inzwischen auch formal die Bestätigung erhalten, dass die Kirche mit ihren Nebenräumen auch künftig bestehen bleibt. „Da ist uns ein Stein vom Herzen gefallen, weil wir ja wie alle anderen Einrichtungen der evangelischen Kirche zunächst einmal damit rechnen mussten, dass auch bei uns gespart wird“, berichtet Jonathan Grimm.
Offensichtlich findet die oft etwas unkonventionelle Art, Gottesdienste zu feiern und den christlichen Glauben erlebbar zu machen, immer neue Anhänger. „Da sind auch ältere Menschen darunter, die etwa durch Enkel oder andere Kontakte zu uns kommen und dann oft auch bleiben“, freut sich der CVJM-Diakon. Dass den Älteren manches zunächst fremd sei, würde er verstehen.
Und zu staunen gibt es für die traditionellen Kirchenbesucher in der YChurch einiges. Da ist zunächst einmal der Umstand, dass der Gottesdienst nicht von einem Pfarrer oder Prediger alleine gestaltet wird. „Bei uns sind es an den Gottesdienstwochenenden etwa drei bis vier Teams, die jedes seinen Beitrag zum Gelingen leistet“, schildert Grimm. Zu gehöre natürlich eine Band, die mit modernen christlichen Liedern aufspielt, aber etwa auch ein Küchenteam, das dafür sorgt, dass die Besucher nach dem Gottesdienst die Gelegenheit erhalten, noch zusammenzusitzen und sich auszutauschen. Dazu kommen Teams für den Kindergottesdienst, der in drei verschiedenen Altersgruppen angeboten wird.
„Das Zusammensein, das sich Wohlfühlen“, ist für uns ein ganz zentraler Gedanke, den wir vorleben und zu dem wir einladen“, erklärt Grimm, wobei die YChurch für jeden offen ist, unabhängig vom Glauben. Zum Wohlfühlen gehören die gemeinsamen Mittagessen, die Krabbelgruppe, aber eben auch das gemeinsame Feiern. Das kann in der YChurch auch ganz ungewohnte Züge annehmen: „Vor einem Jahr haben wir Ostern als richtiges Freudenfest gefeiert, was es ja auch schließlich ist“, erzählt Grimm. Da habe man sogar eine Hüpfburg vor der Kirche aufgebaut, um schon die Jüngsten erleben zu lassen, wie fröhlich die Osterbotschaft mache. „Ein paar haben sich zwar daran gestört und waren auch etwas schockiert. Aber insgesamt ist die Aktion sehr gut angekommen“, so Grimm. So gut, dass sie im kommenden Jahr wiederholt werden soll.
Stolz sind Grimm und seine Kollegin Kathrin Husser darüber, dass sich der Erfolg der Weiler YChurch langsam in der Landeskirche herum spreche. Hatte es anfangs noch viele Zweifler gegeben, ob es tatsächlich gelingen könne, eine spezielle Kirche für jüngere Menschen anzubieten, so haben sich viele von dem Erfolg überzeugen lassen. Die YChurch hat nicht nur Zulauf aus der gesamten Stadt mit ihren früher unterschiedlichen Kirchengemeinden, viele Besucher kommen mit ihren Familien auch von außerhalb, um die besondere Atmosphäre zu genießen. Inzwischen gebe es auch andere Kirchengemeinden, die solch ein „Experiment“ wagen, berichtet Grimm.
Der Erfolg bringt aber auch gewisse Schwierigkeiten. Allem voran die Größe der Kirche halte mit der Entwicklung kaum mehr Schritt. Habe man sich da zunächst damit beholfen, dass das Gemeindehaus mit einbezogen wurde, so musste man das zum Teil zurücknehmen, weil parallel die Kindergottesdienstgruppen auch immer mehr Platz beanspruchen. Nicht zuletzt sei es für ihn und Kathrin Husser nicht ganz einfach, dass sie die YChurch betreuen, aber ihre Büros im Altweiler Pfarrhaus haben. Da sei man auf der Suche nach Lösungen – möglicherweise sogar neuen Räumen. Ulrich Senf
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