Mehr als nur Kirche
Arne OestWieso Gaia ein Erfolg für ganz Karlsruhe ist
Für Karlsruhe war die Kunstinstallation Gaia von Luke Jerram ein voller Erfolg. Tausende Besucher haben im dreiwöchigen Aktionszeitraum die riesige Weltkugel besichtigt. Viele Besucherinnen und Besucher sind teilweise von weit her angereist, um einen Blick auf die Installation zu erhaschen.
Blickt man in das Gästebuch, das am Rande der Installation ausliegt, sieht man dort Einträge von Besuchern aus Berlin oder Bonn, teilweise auch aus dem nahen Ausland. Klar ist, dass diese Besucher auch Kaufkraft in die Stadt bringen. Insofern kann sich die Stadtverwaltung glücklich schätzen, dass das Projekt für drei Wochen in Karlsruhe zu sehen war.
Doch natürlich ist Gaia auch ein Erfolg für die Evangelische Kirche in Karlsruhe. Einen Betrag im „niedrigen sechsstelligen Bereich“ hat die Kirche gemeinsam mit Sponsoren investiert, um das Kunstprojekt nach Karlsruhe zu holen. Es ist nach Dresden und Memmingen erst die dritte Deutschland-Station von Gaia.
Zwar kommt Karlsruhe nicht an die Besucherzahlen aus Dresden heran, wo rund 150.000 Menschen die Installation sahen. Doch die Dresdner Frauenkirche zieht natürlich auch generell mehr Publikum an, als der markante Weinbrenner-Bau im Herzen Karlsruhes.
Und dennoch ist Gaia ein voller Erfolg für die Kirche. Das Projekt zeigt, dass Kirche auch im Jahr 2024 noch die Menschen bewegen kann. Gerade fernab vom klassischen Gottesdienst. Gaia hat Junge gleichermaßen wie Alte angezogen, Menschen verschiedenster Religion – alle vereint unter dem Dach der Stadtkirche. Sie alle sind gekommen, um einen Blick auf die Weltkugel zu werfen und über die Vergänglichkeit der Welt nachzudenken.
Mit dem vielfältigen Rahmenprogramm aus Konzerten, Vorführungen oder Poetry Slams hat die Kirche es geschafft, aus Gaia ein Happening zu machen. Und das ist es, was bleibt. Vermutlich wird man sich auch in Jahren noch an diese drei Wochen erinnern.
Genau daran kann die evangelische Kirche auch für die Zukunft aufbauen. Dass sie es schafft, die Menschen mit neuen und ungewöhnlichen Formaten ins Gotteshaus zu bringen, sollte positiv stimmen beim Blick in die Zukunft, die mit schwindenden Mitgliederzahlen und Schließung von Gemeinden große Herausforderungen mit sich bringt.
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