Rhein-Neckar-Zeitung - Heidelberger Nachrichten, 04.10.2024

 

Neue Pfarrerin predigte auch von den Hobbits

Einführungsgottesdienst für Franziska Schmidt – Ihre Aufgaben: Predigen, Taufen, Unterricht, Abendmahl und Gottesdienste leiten

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Wiesenbach/Neckargemünd-Waldhilsbach. Pfarrerin Franziska Schmidt wurde in Freiburg ordiniert und erhielt damit den Auftrag sowie das Recht zur öffentlichen Ausübung ihres Amtes. Nun wurde sie als Pfarrerin im Probedienst in einem feierlichen Gottesdienst in der evangelischen Kirche Wiesenbach für die Kirchengemeinden Wiesenbach und Waldhilsbach eingeführt. Der Gottesdienst wurde musikalisch vom evangelischen Kirchenchor und dem Chor Jubilate unter der Leitung von Ana Cho begleitet. Neben Gemeindemitgliedern aus Wiesenbach und Waldhilsbach nahmen auch Vertreter benachbarter Kirchengemeinden und der katholischen Seelsorgeeinheit Neckar-Elsenz teil. Da Dekanatstellvertreter Gero Albert krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Pfarrerin Petra Hasenkamp – Mitglied des Bezirkskirchenrats – kurzfristig dessen Vertretung.

Sie überreichte Franziska Schmidt die auf den 1. September 2024 datierte Berufungsurkunde, die sie offiziell in das öffentlich-rechtliche Pfarrdienstverhältnis nach Paragraf zehn des Pfarrdienstgesetzes aufnahm. Pfarrerin Hasenkamp betonte in ihrer Ansprache, dass Franziska Schmidt nun predigen, taufen, das Abendmahl leiten sowie in Gottesdienst, Seelsorge und Unterricht mitwirken könne. Sie ermutigte die neue Pfarrerin, ihre Gaben in der Gemeinde einzubringen, wies jedoch darauf hin, dass sie dabei auf das Vertrauen und die Fürbitten der Gemeinde angewiesen sei.

Dieter Herrmann vom Kirchenältestenrat las dazu einen Abschnitt aus dem zehnten Kapitel des Römerbriefs von Apostel Paulus. Paulus hob die Bedeutung des Glaubens und der Verkündigung hervor und machte deutlich, dass der Glaube durch das Hören des Wortes Gottes wächst und es die Aufgabe der Gläubigen sei, das Evangelium weiterzutragen. Nach der Lesung wandte sich Pfarrerin Hasenkamp direkt an Franziska Schmidt. Sie fragte die neue Pfarrerin, ob sie bereit sei, diese Aufgabe zu übernehmen, worauf Schmidt mit den Worten „Ja, mit Gottes Hilfe“ antwortete. Daraufhin segnete Hasenkamp sie mit den Worten: „Sei gesegnet, ohne Sorge, dass das, was du tust, nicht genügt. Sei gesegnet, ohne Angst, dass das, was du bewegst, nicht ausreicht. Sei gesegnet, ohne Furcht, dass das, was du tust, nicht zählt. Du bist gesegnet! Vor Gott genügt, zählt und reicht immer seine Gnade.“

In ihrer Predigt bezog sich Pfarrerin Franziska Schmidt auf einen Text aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus: „Ihr alle seid Söhne und Töchter Gottes durch den Glauben in Christus Jesus.“ Sie sprach über ihre ersten Wochen in der Gemeinde und zeigte sich offen für Wünsche und Veränderungen. Sie betonte die Bedeutung von Gemeinschaft und Einheit in Jesus Christus. Zusätzlich zitierte sie Matthäus 18, Vers 3: „Wenn Ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet Ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ Was aber heißt das, sein wie ein Kind? Leidenschaftlich gerne liest Franziska Schmidt Fantasy-Romane, darunter auch Tolkiens „Herr der Ringe“. Die Hobbits – kleine, gutmütige und friedfertige Wesen – führte sie als Beispiel für die kindliche Unbeschwertheit an. Auch wenn das Leben voller Herausforderungen sei, könne es hilfreich sein, sich diese kindliche Offenheit zu bewahren und sie in das Handeln der Gemeinde einzubringen. Die Gemeinschaft in der Gemeinde, verbunden im Glauben, sei so vereint in Jesus Christus. Ein herzliches Willkommen sprachen Tim Pommer und Ingrid Carlin-Schmitt für den Ältestenkreis der Kirchengemeinden der neuen Pfarrerin aus und überreichten eine Pflanzschale.

Pfarrer Tobias Streit übermittelte im Namen der katholischen Seelsorgeeinheit Grüße und beste Wünsche für eine gute Zusammenarbeit. Begleitet von Gemeindereferentin Tatjana Abele und Pastoralreferent Michael Hartmann bedachte auch er Pfarrerin Schmidt mit einer Geschenktasche und einer Teebox aus Holz, die die Inschrift „Ihr seid alle Kinder Gottes“ trägt. Nach dem Gottesdienst ging es zum Nachmittagskaffee im Gemeindezentrum mit der neuen Pfarrerin