„Jetzt ist die Zeit, gute Fundamente zu bauen“
Himmelsleiter-Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde – Einsetzen für die Nachhaltigkeit
pauDossenheim. (pau) Es gibt keinen Plan, beziehungsweise Planet B: die wohl wichtigste Botschaft der „fairen Woche“, der sich nun auch die evangelische Kirchengemeinde im Rahmen ihres Himmelsleiter-Gottesdienstes gewidmet hat.
„Planet A – eine klare Position. Die meisten von uns kennen das von den vielen Demonstrationen für Nachhaltigkeit“, so hieß es in der Ansprache, der das Einstimmungslied „Morgenlicht leuchtet“ im gemeinschaftlichen Chor folgte. Mit viel schauspielerischem Talent, Gesang und Kreativität hatten sich die Akteure und Gestalter des Gottesdienstes mit den Themen Nachhaltigkeit, Fairness und Zukunft beschäftigt. Ein vermeintlicher Zeitungsredakteur stellte beispielsweise die Frage: „Auf welchem Fundament möchtest Du Dein Lebens-Haus bauen?“ Die Antworten: „Gutes Abi und gute Arbeit“.
Es sollte vor allem um die Verantwortung der Menschen, speziell der Christen, in der Welt gehen. Was muss passieren, um eine faire Zukunft gestalten zu können? Nachhaltig, umsichtig und von der Nächstenliebe geprägt, so der Tenor. Schon Jesus hatte seine Zeitgenossen zu verantwortlichem Handeln aufgerufen. In der Bergpredigt ermutigt er, der Mann aus Nazareth, sein Lebens-Haus auf eine solide Grundlage zu stellen.
Pfarrer Matthias Weber setzte das nun in Zusammenhang mit Hitzewellen, Dauerregen, Dürren und Überflutungen. Klimawandel geht schließlich alle an und man sollte sich solide und nachhaltig positionieren. „Damit steht für jeden Einzelnen, aber auch für uns als Gesellschaft, die Frage im Raum: Was sind solide, sprich nachhaltige Grundlagen für unser Leben?“, so der Geistliche, der in seiner Predigt Impulse und den Anstoß zum Nachdenken gab. Es könnten Kleinigkeiten sein, die zum Großen und Ganzen beitragen – im Sinne der biblischen Verantwortung für die Schöpfung und in Verantwortung vor der heute jungen Generation. „Vom Pfarrer und dem Gottesdienst werden Antworten erwartet“, so Pfarrer Weber.
Es gebe zwei Arten von Fundamenten: die, die zerbrechen – oder die, die wie ein Fels in der Brandung sind: „Es ist wichtig auf welchen Grund ich baue.“ Man könne noch so gut bauen – aber wenn das Fundament nicht stimmt, kann alles zusammenbrechen. Jesus habe eine Ethik in einfacher Sprache geschaffen. „Als Mensch muss ich mich einsetzen, diese Welt zu schützen!“
Daher würde man auch den Gottesdienst zur „fairen Woche“ feiern – nicht weil man sich besser fühle, sondern die ökologische Verantwortung übernehme. „Jetzt ist die Zeit, gute Fundamente zu bauen, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Es kommt darauf an, wie wir miteinander umgehen, wie wir haushalten und wirtschaften wollen“, so der Kirchenmann. Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen vorgestellt. Man erreiche die Ziele aber nur, wenn alle mitmache: Menschen, Länder und Städte. Die Anwesenden erhielten daraufhin acht Murmeln, die sie in Gläser der Ziele verteilen durften. Zur Auswahl standen Themen wie „Kein Hunger“, „Gesundheit und Wohlergehen“, „Menschenwürdige Arbeit“, „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ und vieles mehr. So benannt, galt es, sich selbst zu hinterfragen und die eigenen Prioritäten zu setzen. Dazu sang immer wieder der Himmelsleiter-Projektchor unter der Leitung von Carola Steinmaier. Außerdem wurde im feierlichen Rahmen Gemeinde-Mitarbeiterin Lisa Stuber verabschiedet, die seit 1. September als Vikarin der badischen Landeskirche in Laud-Königshofen eingesetzt ist. Stuber hatte in den letzten beiden Jahren in Dossenheim gewirkt. Sie hat in den letzten beiden Jahren die Gemeinde mit ihrer Mitarbeit bereichert und an verschiedenen Stellen segensreich gewirkt. Nach dem Gottesdienst konnte das Erlebte noch gemeinsam im Kirchen-Café im Foyer bei Gebäck, Kaffee und Tee diskutiert werden.