Südkurier Waldshut, 28.09.2024

 

Veränderungen stehen an

Kirchen wollen ökumenische Kräfte bündeln Sie wollen mehr gemeinsam unterwegs sein VON RALF GÖHRIG WALDSHUT.REDAKTION@SUEDKURIER.DE

Jestetten/Dettighofen – Die ökumenischen Bestrebungen der Kirchen sollen weiterhin vertieft werden, zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Vorstände der alt-katholischen, der evangelischen und der römisch-katholischen Kirchengemeinden im Jestetter Zipfel geht. Diese trafen sich in dieser Woche zum ökumenischen Begegnungsabend in der Erlöserkirche in Dettighofen zum traditionellen Austausch.

Nach einer Andacht im Gotteshaus, die vom alt-katholischen Pfarrer Florian Bosch geleitet wurde, ging es in den warmen Pfarrsaal, wo ein gemütlich loderndes Feuer hinter der Glaswand des Holzofens die Kirchenältesten begrüßte. Bereits im Vorjahr wurde angeregt, Synergien zu nutzen, Kräfte zu bündeln und gemeinsam sichtbar zu werden. So werden Veranstaltungen in den Mitteilungsblättern bis auf die Gottesdienste nicht mehr unter den einzelnen Konfessionen veröffentlicht, sondern unter der Rubrik „Ökumene“.

Veränderungen wird es in jedem Fall geben. Die katholische Seelsorgeeinheit geht in einer Großgemeinde, die den halben Landkreis umfasst, die evangelische Markusgemeinde wird mit ihren Kooperationsraumpartnern, den Kirchengemeinden von Klettgau und Kadelburg, fusionieren und auch die bislang selbstständigen kleinen alt-katholischen Gemeinden wollen zukünftig gemeinsam unterwegs sein. Während es für die Alt-Katholiken lediglich bedeutet, den faktischen Status Quo zu legitimieren, befinden sich die beiden Geschwistergemeinden in einem großen Umbruch.

Und gerade in solchen Zeiten ist es nach Ansicht der Kirchenältesten wichtig, vor Ort Präsenz zu zeigen und das Verbindende zu betonen. Während die Organisation Kirche mit sich selbst beschäftigt ist, wollen die Christen vor Ort, im Sinne der ursprünglichen Gemeinde, gemeinsam und ohne Ansehen der Konfession ihren Glauben leben.

Konkrete Pläne liegen noch nicht vor, doch es ist geplant, die jeweiligen Schwerpunkte zu stärken und das Verbindende – den Glauben an die Erlösung durch Jesus Christus – zu betonen. Theologische Spitzfindigkeiten sollen den theologischen Gremien überlassen bleiben, vor Ort wollen die Christen der einzelnen Konfessionen einfach nur als Christen wahrgenommen werden.

Und dennoch ist nicht Einheitsbrei vorgesehen, sondern eine breite Vielfalt. So soll es weiterhin traditionelle Gottesdienste aber auch zeitgemäße, moderne Formen geben, die jüngere Menschen ansprechen.

Die Tradition

Das ökumenische Treffen der drei Konfessionen hat eine lange Tradition und findet wechselnd bei den jeweiligen Gemeinden statt. In diesem Jahr war die alt-katholische Gemeinde in Dettighofen Gastgeberin. Dort trafen sich Vertreter der drei Konfessionen zum ökumenischen Begegnungsabend in der Erlöserkirche in Dettighofen zum traditionellen Austausch.