Schwetzinger Zeitung, 26.09.2024

 

„Hier wird Vielfalt gelebt“

Inklusion: Bewohner des Hauses der Johannes-Diakonie feiern Willkommensfest

Brühl. „Die Gemeinde hat uns die Türen geöffnet, heute öffnen die Bewohner für uns die Türen“. Die Freude über das Gelingen eines besonderen Projektes war Yvonne Jelinek bei der „Willkommensfeier“ des Wohnhauses mit Tagesstätte am Rennerswald für Menschen mit hohem Assistenzbedarf sowie mit sozialen und emotionalen Besonderheiten anzumerken. Bereits 2022 war das Haus fertiggestellt worden, inzwischen haben 26 Frauen und Männer ein Zuhause gefunden, betonte die regionale Geschäftsführerin der Johannes-Diakonie. Nun wurde auch offiziell Einweihung gefeiert.

Martin Adel, Vorstandsvorsitzender der Johannes-Diakonie, durfte neben zahlreichen Angehörigen unter anderem mit Silke Ssymank die Behindertenbeauftragte im Landratsamt sowie mit Jonas Fahsel den Leiter des Amts für Sozialplanung, Vertragswesen und Förderung des Rhein-Neckar-Kreises begrüßen. Daneben hieß er Bürgermeister Dr. Ralf Göck und Mitglieder des Gemeinderats willkommen, ebenso Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr und Verantwortliche kooperierender Vereine wie dem benachbarten Tennisclub.

Die Andacht und das geistliche Wort dieser Willkommensfeier gestalteten die Pfarrerin Melanie Börnig von der evangelischen Kirchengemeinde Brühl und Pfarrer Richard Lallathin von der Johannes-Diakonie gemeinsam.

Yvonne Jelinek blickte zurück auf die Entwicklung des Brühler Projekts, die bereits 2015 ihren Anfang fand. Nach Erwerb des Grundstücks auf dem einstigen Schütte-Lanz-Areal 2018 erfolgte im Frühjahr 2021 der Spatenstich – inmitten der Corona-Pandemie. Diese sei insbesondere im Hinblick auf die geplante Beteiligung von künftigen Bewohnern und deren Angehörigen in der Ausgestaltung des Hauses sowie bei der Belegungsplanung eine echte Herausforderung gewesen. „Dadurch war Brühl für uns ein besonderes Projekt.“ Am Ende sei der Bau aber sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan geblieben, so Jelinek.

„Jetzt sind Sie offiziell Teil unserer Brühler Gemeinde“, so Göck in seinem Grußwort. Als sichtbares Zeichen dafür überreichte er im Namen des Gemeinderats der Einrichtungsleiterin Karin Maidhof das Wappen der Gemeinde. „Wir freuen uns, Sie hier bei uns willkommen heißen zu dürfen.“

Fahsel machte die Bedeutung des Hauses in Brühl und des Schwesterprojekts in Meckesheim für den Landkreis deutlich. „Ich freue mich sehr, dass wir auch für diesen Personenkreis ein gemeindenahes Zuhause schaffen konnten.“ Die Johannes-Diakonie sei dabei stets ein zuverlässiger Partner.

„Dieses Wohnhaus und die Tagesstätte sind nicht nur Gebäude. Es sind Orte, an denen Menschen ein Zuhause finden. Ein Zuhause für Menschen mit Behinderung, das ihnen die Freiheit, Sicherheit und Gemeinschaft bietet, die sie verdienen“, so Maidhof. In der Einrichtung werde Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern gelebt. zg