Fränkische Nachrichten Tauberbischofsheim, 30.12.2024

 

Herbert Alexander Gebhardt als Prädikant verabschiedet

Ehrenamtlicher Dienst: 47 Jahre lang in vielen evangelischen Kirchengemeinden Gottesdienste gehalten

Wertheim. 47 Jahre lang war Herbert Alexander Gebhardt als Prädikant in vielen evangelischen Kirchengemeinden unterwegs. Kürzlich wurde er bei einem Gottesdienstes in der Wertheimer Stiftskirche von Schuldekanin Cornelia Wetterich verabschiedet. Anlass dafür war der 80. Geburtstag von Herbert Alexander Gebhardt im Frühjahr. Nach der Ordnung der badischen Landeskirche endet damit dieser ehrenamtliche Dienst.

„Alles hat eben seine Zeit und auch seinen Sinn“, erklärte Wetterich. Sie berichtete, dass Gebhardt in den 47 Jahren insgesamt 1157 Gottesdienste gehalten habe, also im Schnitt etwa 25 pro Jahr. Da sei eine beachtliche Leistung. Denn dahinter stecke viel Arbeit und ein hohes zeitliches Engagement. Gebhardt habe sein Verkündigungsamt sehr ernst genommen und sich intensiv mit den biblischen Texten auseinandergesetzt. Oft habe er dann sonntags auf das Ausschlafen verzichtet und sich auf den Weg in die Gemeinden gemacht. Viele Kilometer sei er gefahren bei Wind und Wetter. Dabei sei er stets zuverlässig gewesen und habe sich auch mit den Verantwortlichen vor Ort gut abgesprochen, wenn es Besonderheiten gab. Begonnen hatte Gebhardt sein Engagement in früheren Kirchenbezirk Adelsheim, wo er als Lehrer tätig war. Mit dem Umzug nach Wertheim setzte er seinen Dienst auch hier fort. In beiden Kirchenbezirken gelang es ihm, in allen Gemeinden präsent gewesen zu sein. Für seinen langjährigen Dienst dankte Wetterich dem scheidenden Prädikanten auch im Namen des Kirchenbezirks und sprach ihm persönliche Segensworte zu. Die Gemeinde unterstützte dies mit großem Beifall.

Herbert Alexander Gebhardt richtete auch einige persönliche Dankesworte an die Gemeinde. Sein Interesse am Wort Gottes und an dessen Verkündigung wurde früh geweckt. Nach der Konfirmation in Wertheim besuchte er den „Burschenkreis“mit Horst Grandke. Der habe es verstanden, den Jungen „mit einfachen Worten das Evangelium, die frohe Botschaft, zu vermitteln.“ Das habe ihn ermutigt, bereits mit 18 Jahren den ersten Schülergottesdienst in der Stiftskirche zu halten. So war es nur folgerichtig, dass er sich etliche Jahre später zum Prädikanten ausbilden ließ. Die Vorbereitung der Predigten sei für ihn selbst eine große Bereicherung gewesen. Daher könne er dieses Ehrenamt nur empfehlen. Abschließend bedankte sich Gebhardt bei allen, die ihn während seines Dienstes begleitet und unterstützt haben, unter anderem auch bei Schuldekanin Wetterich. Sie betreut den Kreis der Prädikanten im Kirchenbezirk Wertheim.