Kein sakrales, sondern ein Bürger-Haus
Die evangelische Kirchengemeinde Müllheim will gemeinsam mit dem Diakonischen Werk anstelle des heutigen Gemeindehauses hinter der Stadtkirche ein neues Gebäude bauen. Dazu gab es nun eine Denkwerkstatt.
Müllheim
Das heutige Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in der Friedrichstraße, direkt hinter der Stadtkirche, ist in die Jahre gekommen. Die Idee ist nun, gemeinsam mit dem Diakonischen Werk einen Neubau zu erstellen, in dem verschiedene Angebote der Kirchengemeinde, aber auch des Diakonischen Werks in einem Haus zusammengeführt und Synergieeffekte ermöglicht werden. In einer gemeinsamen Denkwerkstatt, zu der auch andere soziale Einrichtungen eingeladen wurden, ging es nun um Raumkonzepte, Nutzungsmöglichkeiten, Wünsche für besondere Aufgaben und Anregungen.
Wichtig war den Vertretern der Kirchengemeinde und der Diakonie, im Vorfeld eines Architektenwettbewerbs möglichst viele Informationen für eine möglichst optimierte Raumnutzung zu erhalten. „Der Rahmen ist wegen der zu erwartenden Kosten begrenzt. Wir wollen möglichst eine optimale Nutzung der Räume erreichen“, erklärte am Rande der Denkwerkstatt Christine Spanninger, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks.
„Für unsere Kirchengemeinde ist das ein wichtiger Schritt“, betonte Pfarrer Gerd Siehl. Ursprünglich ging es bei dem Vorhaben um die Sanierung des Gemeindehauses, nun wisse man aber, dass sich in Kooperation mit dem Diakonischen Werk eine ganz neue Perspektive ergeben habe. Für beide Partner sei der zentrale Standort in der Stadt wichtig, um die Arbeit der Kirche transparent in die Öffentlichkeit tragen zu können.
Nach den Worten des Pfarrers bieten sich auch Chancen für andere Einrichtungen aus dem sozialen Bereich. Der Einladung zur Denkwerkstatt waren Einrichtungen wie das Generationen-Netz Müllheim, die Sozialarbeit des Deutschen Roten Kreuzes, die Eltern-Kind-Initiative (Eki), der Bürgersozialfonds, der Flüchtlingshelferverein Zuflucht und andere Interessenvertretungen gefolgt. Sie hoffen auf eine temporäre Nutzung von Räumen im künftigen Neubau.
„Wir wollen kein weiteres heiliges Gebäude, sondern wir wollen ein Haus, in dem die Menschen aktiv werden. Es braucht Werte und Orientierung gerade im Alltag der Familien“, erklärte Bettina Hogeveen vom Kirchengemeinderat. Für Hogeveen und Spanninger ist der gemeinsame Gedanke und das daraus resultierende gemeinsame Projekt wichtig.
Doch was soll gebaut werden? Es geht um ein zwei- maximal dreigeschossiges Gebäude mit einer Höhenbegrenzung von etwa neun Metern. Eine Unterkellerung ist nicht vorgesehen. In dem Gebäude, das näher an die Stadtkirche, in etwa auf die Fläche der nördlichen Parkplätze rücken soll, sind ein Foyer, eine Küche, ein neuer Gemeindesaal, ein von der Kirchengemeinde und der Diakonie gemeinsam genutzter Jugendbereich und Kreativräume für verschiedene Nutzungen vorgesehen. Außerdem Büros für verschiedene Facheinrichtungen der Diakonie, ein Personalraum und Sanitärräume, die auch von Schwerstbehinderten genutzt werden können. Das Raumprogramm soll auf rund 500 Quadratmeter Grundfläche passen.
In der Denkwerkstatt ging es unter anderem um Anforderungen, die das Raumprogramm erfüllen soll, und Möglichkeiten, wie die Räume genutzt werden können. Der Architektenwettbewerb, an dem sechs Architekturbüros teilnehmen werden, startet nach den Worten von Christine Spanninger im Januar. Bereits im Mai soll dann eine Jury über den besten Entwurf entscheiden. Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde und des Diakonischen Werks gehen von einer Bauphase in den Jahren 2026 und 2027 aus.
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