Zukunft vorerst gesichert
Arne OestVerein „Wir für Lukas“ erhält Zuschlag für die Lukaskirche
Karlsruhe. Wie geht es bei der Karlsruher Lukaskirche in der Weststadt weiter? Diese Frage hat in den vergangenen Monaten nicht nur Gemeindeglieder, sondern auch die gesamte Nachbarschaft umgetrieben. Unter anderem stand auch ein Verkauf des Gebäudeensembles, bestehend aus Kirche, Gemeindesaal und Kindergarten, im Raum. Jetzt steht fest: Der Verein „Wir für Lukas“ erhält den Zuschlag. Dies hat der Stadtkirchenrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, wie die evangelische Kirche in Karlsruhe mitteilte. Ein Verkauf ist damit vom Tisch. Zumindest vorerst.
Der Verein „Wir für Lukas“ wird Kirche und Gemeinderäume zunächst für drei Jahre pachten. „Die Entscheidung ist auch in Wertschätzung des Engagements und des großen Einsatzes der Ehren- und Hauptamtlichen gefallen. Wir sind dankbar für Menschen, die sich in schwierigen Zeiten zu ihrer Kirche stellen“, wird Dekan Thomas Schalla zitiert.
Damit ist auch klar, dass es nicht zu einem Verkauf des Gebäudeensembles kommen wird. Mehrere Interessenten hatten sich an einem Kauf interessiert gezeigt, unter anderem die Johann König GmbH.
Hinter „Wir für Lukas“ stehen engagierte Gemeindeglieder sowie Sympathisanten und Eltern des Lukas-Kindergartens. Mehr als 200 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Nachdem bekannt wurde, dass die Lukaskirche auf der sogenannten Ampel-Liste der evangelischen Kirche auf „rot“ steht, hat sich der Verein 2023 gegründet, um die Zukunft zu sichern. Der Verein will alle bestehenden Gebäude erhalten und einen Ort der Gesellschaft und des kulturellen Angebots für das gesamte Quartier auf die Beine stellen. Und an eben jener Bestrebung wird der Stadtkirchenrat den Verein messen. „Der Stadtkirchenrat verbindet mit der Entscheidung für den Verein die Erwartung, dass Konzept und Entwicklung der Angebote in enger Absprache mit den zukünftig fusionierten Gemeinden Lukasgemeinde, Markusgemeinde und Karl-Friedrich-Gemeinde erfolgen“, heißt es in der Mitteilung.
Und auch finanziell kommt der Stadtkirchenrat dem Verein „Wir für Lukas“ entgegen. Im ersten Jahr muss der Verein nur 50 Prozent der Pachtkosten zahlen. Dieser Betrag steigt im zweiten Jahr auf 80 und im dritten Jahr auf 100 Prozent. Auf diese Weise soll der Verein die Möglichkeit haben, „eine auskömmliche Finanzierung“ für die Lukaskirche erarbeiten zu können.
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